Solche Ungereimtheiten ergeben sich also für euch, wenn ihr eine Zweiheit behauptet. Wenn aber, wie es tatsächlich der Fall ist, eine Trinität existiert, von der erwiesen ist, daß sie unteilbar ist und nichts Ungleiches umschließt, dann muß auch ihre Heiligkeit, ihre Ewigkeit und ihre unveränderliche Natur eine sein. Denn der überlieferte Glaube an sie ist einer und verbindet 445 mit Gott; wer aus der Trinität etwas wegnimmt und bloß im Namen des Vaters oder bloß im Namen des Sohnes oder ohne den Geist im Vater und Sohn getauft wird, empfängt nicht, sondern geht, ebenso wie auch der, der zu geben scheint, leer aus und bleibt unvollendet, da die Vollendung in der Trinität beruht. In gleicher Weise hat derjenige, der den Sohn vom Vater trennt oder den Geist zu den Geschöpfen erniedrigt, weder den Sohn noch den Vater, sondern ist gottlos, schlechter als ein Ungläubiger und alles eher denn ein Christ; und mit Recht. Denn wie die Taufe, die im Vater, Sohn und Heiligen Geist gespendet wird, eine ist, und wie der Glaube an die Trinität einer ist gemäß dem Wort des Apostels , so hat auch die heilige Trinität, die sich selbst gleich, mit sich selbst geeint ist, nichts von den gewordenen Dingen in sich; diese Einheit der Trinität ist unteilbar, und der Glaube an sie ist nur einer. Wenn das aber nach euerer Einbildung, ihr Tropiker, nicht so ist, wenn ihr euch vielmehr in den Kopf gesetzt habt, den Heiligen Geist ein Geschöpf zu nennen, dann ist euer Glaube nicht mehr einer, auch euere Taufe nicht mehr eine, sondern zwei, eine im Namen des Vaters und des Sohnes und eine andere im Namen eines geschöpflichen Engels, und es bleibt euch nichts Sicheres und Wahres mehr übrig. Denn welche Gemeinschaft obwaltet zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer, oder welche Einheit zwischen den niederen Geschöpfen und dem Logos, der sie geschaffen hat? Das wußte der selige Paulus; deshalb trenne er die Trinität nicht wie ihr, sondern lehrte die Einheit derselben in seinem Schreiben über die geistigen Dinge an die Korinther, und führt alles auf einen Gott, den Vater, als das Haupt zurück mit den Worten: „Es gibt verschiedene Gaben, aber nur einen Geist; es gibt verschiedene Dienstleistungen, aber nur einen Herrn; es gibt verschiedene Kraftwirkungen, aber nur einen Gott, der alles in allem wirkt“. Was nämlich der Geist jedem zuteilt, das wird vom Vater durch den Logos 446 gespendet. Denn alles, was der Vater hat, das hat auch der Sohn; deshalb ist auch alles, was vom Sohn im Geist gegeben wird, Gnadengabe des Vaters. Und wenn der Geist in uns ist, so ist auch der Logos, der ihn gibt, in uns, und im Logos ist der Vater. So ist, wie schon ausgeführt wurde, die Stelle gemeint: „Ich und der Vater werden kommen und Wohnung bei ihm nehmen„. Denn wo das Licht ist, da ist auch der Glanz, und wo der Glanz ist, da ist auch seine Wirkung und die strahlende Gnade. Auch das lehrt wieder Paulus, der im zweiten Brief an die Korinther abermals schreibt: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. Denn die Gnade und Gabe, die in der Trinität verliehen wird, wird vom Vater durch den Sohn im Heiligen Geist verliehen. Wie nämlich die Gnade vom Vater durch den Sohn verliehen wird, so ist in uns eine Teilnahme an der Gabe nicht möglich außer im Heiligen Geiste, Denn wenn wir an ihm teilhaben, besitzen wir die Liebe des Vaters, die Gnade des Sohnes und auch die Gemeinschaft des Heiligen Geistes.