Nun sind die Geschöpfe aus nichts entstanden und haben einen Anfang ihres Seins; denn im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde und alles, was darin ist. Vom Heiligen Geist aber ist gesagt, daß er aus Gott sei. Denn „niemand„, heißt es, „kennt das (Wesen) des Menschen als der Geist des Menschen, der in ihm ist; so kennt auch das (Wesen) Gottes niemand als der Geist Gottes; wir haben aber nicht den Geist der 434 Welt empfangen, sondern den Geist aus Gott“. Welche Verwandtschaft des Geistes mit den Geschöpfen folgt nun aus dem Gesagten? Die Geschöpfe waren einmal nicht, Gott aber ist der Seiende, aus dem auch der Geist ist. Was aber aus Gott ist, kann nicht aus dem Nichts stammen noch ein Geschöpf sein, damit nicht der Anschauung jener gemäß auch der für ein Geschöpf gehalten werde, aus dem der Geist ist. Wer wird denn solche Toren ruhig anhören, da auch sie „in ihrem Herzen sprechen: Es gibt keinen Gott„? Denn wenn niemand das Wesen des Menschen erkennt außer der Geist in ihm, und wenn ebenso niemand das Wesen Gottes erkennt außer der Geist in ihm, wie sollte es dann nicht Lästerung sein, den Geist, der in Gott ist und die Tiefen Gottes erforscht, ein Geschöpf zu nennen? Wer das behauptet, wird ja zu dem Schluß gedrängt, daß der Geist des Menschen außerhalb des Menschen, und daß der Logos im Vater ein Geschöpf sei. Der Geist ist und heißt sodann Geist der Heiligung und Erneuerung; denn Paulus schreibt: „Der als Gottessohn in Kraft erwiesen wurde nach dem Geist der Heiligung infolge der Auferstehung von den Toten, Jesus Christus unser Herr“. Und wiederum sagt er: „Aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt im Namen unseres Herrn Jesus Christus und im Geiste unseres Gottes„. Deshalb schreibt er auch an Titus: „Als aber die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unseres Heilands, erschien, brachte er uns Rettung nicht um der Werke willen, die wir in Gerechtigkeit getan, sondern aus seinem Erbarmen, durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geistes, den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus unsern Heiland, damit wir durch seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden“. Die Geschöpfe dagegen werden geheiligt und erneuert; denn „Du wirst deinen Geist aussenden, und sie werden 435 geschaffen werden, und du wirst das Angesicht der Erde erneuern„. Paulus aber sagt: „Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind, die das himmlische Geschenk gekostet haben und des Heiligen Geistes teilhaft geworden sind…“.