Da nun dies die Grundlage des kirchlichen Glaubens ist, sollen uns jene Leute ferner Rede stehen und die Frage beantworten: Gibt es eine Trinität (τρίας) oder eine Zweiheit (δυάς)? Gibt es nun eine Zweiheit, so mag der Geist von euch zu den Geschöpfen gezählt werden. Dann geht aber euere Glaubensüberzeugung 444 nicht mehr auf einen Gott, der „über allem, durch alles und in allem“ ist; denn das „in allem“ habt ihr nicht, wenn ihr den Geist von der Gottheit trennt und ausschließt. Und euere Vollendung, die ihr zu wirken glaubt, vollzieht sich bei euerer Anschauung nicht mehr ganz im Namen der Gottheit. Denn es wird ihr ein Geschöpf beigemischt, und auch ihr faßt dann, wie die Arianer und die Hellenen, das Geschöpf mit Gott zusammen, der es durch den eigenen Logos geschaffen hat. Was für eine Hoffnung könnt ihr mit solcher Gesinnung haben? Oder wer wird euch mit Gott verbinden, da ihr nicht den Geist Gottes, selbst, sondern den Geist des Geschöpfes habt? Welche Dreistigkeit und Unbesonnenheit begeht ihr, daß ihr den Vater und dessen Logos zu den Geschöpfen erniedrigt, das Geschöpf dagegen Gott gleichstellt! Denn das tut ihr wenn ihr euch den Geist als ein Geschöpf vorstellt und ihn in die Trinität einordnet. Wie wahnwitzig ist es aber wieder von euch, Gott eine Ungerechtigkeit zuzuschreiben, weil ihr nicht alle Engel oder alle Geschöpfe, sondern nur einen aus ihnen Gott und seinem Logos zuzählt! Denn zufolge euerer Anschauung sollte man der Trinität, wenn der Geist nun einmal ein Engel und ein Geschöpf ist und in die Trinität gestellt wird, nicht einen, sondern alle geschaffenen Engel einordnen, und in der Gottheit müßte nicht mehr eine Dreiheit, sondern eine zahllose Vielheit sein. Damit würde euere Vollendung (d.h. Heiligung), die dadurch zu erfolgen scheint, hierhin und dorthin verteilt und durch ihre Mannigfaltigkeit unsicher. Denn solcher Art sind eure und der Arianer Geheimnisse (d.h. Heiligungsmittel), da ihr dient als Gott, der alles geschaffen hat.