Johannes also bekannte, wie ihr gehört habt, da Jesus sich viele Jünger verschaffte und jenem davon 237 Mitteilung gemacht wurde, gleichsam um ihn aufzustacheln ― denn als wäre er neidisch, berichteten sie ihm: Siehe, der hat mehr Jünger als du ― er bekannte, was er sei und verdiente so zu ihm zu gehören, weil er nicht wagte, sich das zu nennen, was jener ist. So also sprach Johannes: „Der Mensch kann nichts empfangen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist“. Also Christus gibt, der Mensch empfängt. „Ihr selbst bezeugt es mir, daß ich gesagt habe: Ich bin nicht Christus, sondern daß ich vor ihm hergesandt bin. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, welcher dasteht und ihn hört, freut sich hoch über die Stimme des Bräutigams“. Er freute sich nicht an seiner eigenen Person. Denn wer sich an sich selbst freuen will, wird traurig sein; wer aber an Gott sich freuen will, wird sich immer freuen, weil Gott ewig ist. Willst du eine ewige Freude haben? Schließe dich an den an, der ewig ist. Als solchen hat sich Johannes bezeichnet. „Wegen der Stimme des Bräutigams freut sich der Freund des Bräutigams“, sagt er, nicht wegen seiner Stimme, und „er steht da und hört ihn“. Wenn er also fällt, hört er ihn nicht; denn von einem, der gefallen ist, heißt es: „Und er bestand nicht in der Wahrheit“; das ist vom Teufel gesagt. Also stehen muß der Freund des Bräutigams und hören. Was heißt stehen? Verharren in der empfangenen Gnade. Und er hört die Stimme und freut sich darüber. So war Johannes; er wußte, warum er sich freute; er nahm nicht in Anspruch, was er nicht war; er wußte, daß er der Erleuchtete, nicht der Erleuchter sei. „Es war aber das wahre Licht, sagt der Evangelist, das einen jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt“. Wenn also jeden Menschen, dann auch den Johannes, weil auch er von den Menschen ist. Denn obwohl kein Größerer aufgestanden ist unter den von Weibern Geborenen, so war doch auch er einer von jenen, die von Weibern geboren sind. Hält 238 er etwa einen Vergleich aus mit demjenigen, der geboren wurde, weil er* wollte*, und deshalb in ungewöhnlicher Weise geboren werden mußte, weil er als eine ganz neue Erscheinung ins Leben trat? Denn beide Geburten des Herrn sind außergewöhnlich, sowohl die göttliche wie die menschliche; die göttliche hat keine Mutter, die menschliche hat keinen Vater. Also zwar als einer von den übrigen, aber dennoch als ein mehr Begnadeter, so daß unter den von Weibern Geborenen kein Größerer aufstand als er, gab Johannes unserm Herrn Jesus Christus ein solches Zeugnis, daß er diesen den Bräutigam nennt, sich selbst den Freund des Bräutigams, der jedoch nicht würdig sei, ihm den Schuhriemen aufzulösen. Hierüber hat eure Liebe schon vieles gehört; laßt uns sehen, was folgt; es ist nämlich schwer zu verstehen. Allein weil Johannes selbst sagt, daß „der Mensch nichts empfangen kann, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben wird“, so wollen wir wegen dessen, was wir nicht verstehen, den bitten, der vom Himmel her gibt; denn wir sind Menschen und können nichts empfangen, wenn es nicht der gibt, der kein Mensch ist.