„Der vom Himmel kommt, ist über alle, und was er gesehen und gehört hat, dies bezeugt er, und niemand nimmt sein Zeugnis an.“ Wenn niemand, wozu ist er gekommen? Von gewissen Menschen also niemand. Es gibt ja Menschen, die zum Zorne Gottes bereitet sind, die mit dem Teufel verurteilt werden; von diesen nimmt niemand das Zeugnis Christi an. Denn wenn überhaupt niemand, kein Mensch, was soll dann das Folgende heißen: „Wer aber sein Zeugnis annimmt, hat bestätigt, daß Gott wahrhaft ist“? Gewiß also nicht „niemand“, wenn du selbst sagst: „Wer sein Zeugnis annimmt, hat bestätigt, daß Gott wahrhaft ist“. Johannes würde also, wenn er gefragt würde, vielleicht antworten und sagen: Ich weiß, was ich gesagt habe: „niemand“. Es gibt nämlich Menschen, die zum Zorne Gottes geboren und dazu auch vorauserkannt sind. Denn Gott weiß, welche glauben werden und welche nicht glauben werden; Gott weiß, welche ausharren werden in dem, woran sie geglaubt haben, und welche fallen werden; vor Gott sind gezählt sowohl alle jene, die zum ewigen Leben gelangen werden, wie er auch jene Schar kennt, die davon ausgeschlossen wird. Und wenn er sie kennt und sie den Propheten durch seinen Geist zu erkennen gab, so gab er sie auch dem Johannes zu erkennen. Johannes schaute also, nicht mit* seinem* Auge, denn was ihn anbelangt, ist er Erde und redet von der Erde, sondern in der Gnade des Geistes, die er von Gott empfing, schaute er eine gewisse gottlose, ungläubige Schar, und sie anblickend in ihrem Unglauben, sagt er: „Das Zeugnis dessen, der vom Himmel kommt, nimmt niemand an“. Von welchen niemand? Von denjenigen, die zur Linken sein werden, von denjenigen, zu welchen gesagt werden wird: „Gehet in das ewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist“. Welche also nehmen es an? Jene, welche zur Rechten sein werden, jene, zu welchen gesagt werden wird: „Kommet, ihr Gesegnete meines Vaters, nehmet in Besitz das Reich, 246 welches euch von Anbeginn der Welt bereitet ist“. Er schaute also im Geiste die Trennung, im Menschengeschlechte aber die Vermischung, und was noch nicht dem Ort nach getrennt ist, das trennte er im Geiste, das trennte er im Anblick des Herzens; und so schaute er zwei Völker, das der Gläubigen und das der Ungläubigen; er schaute die Ungläubigen und sagte: „Der vom Himmel kommt, ist über alle, und was er gesehen und gehört hat, das bezeugt er, und niemand nimmt sein Zeugnis an“. Dann wandte er sich von der Linken weg, blickte auf die Rechte und sprach weiter: „Wer sein Zeugnis annimmt, hat bestätigt, daß Gott wahrhaft ist“. Was heißt: „Er hat bestätigt, daß Gott wahrhaft ist“, als eben dies: der Mensch ist lügnerisch und Gott ist wahrhaft? Denn kein Mensch kann sagen, was Wahrheit ist, wenn er nicht von dem erleuchtet wird, der nicht lügen kann. Gott also ist wahrhaft, Christus aber ist Gott. Willst du den Beweis dafür haben? Nimm sein Zeugnis an, und du findest es: „Denn wer sein Zeugnis annimmt, hat bestätigt, daß Gott wahrhaft ist“. Wer? Er, der vom Himmel kommt und über alle ist, ist der wahrhafte Gott. Aber wenn du ihn noch nicht als Gott erkennst, hast du sein Zeugnis noch nicht angenommen; nimm es an und du bestätigst, du erkennst entschieden, du anerkennst bestimmt, daß Gott wahrhaft ist.