Nun höret, wie über die Auferstehung der Leiber nicht ich, sondern der Herr reden wird, wegen derjenigen, die auferstanden sind, indem sie sich vom Tode losmachten und dem Leben anhingen. Welchem Leben? Dem, das keinen Tod kennt. Warum kennt es keinen Tod? Weil es keine Veränderlichkeit kennt. Warum kennt es keine Veränderlichkeit? Weil es das Leben in sich selbst ist. „Und er gab ihm die Macht, auch Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.“ Welches Gericht, was für ein Gericht? „Wundert euch nicht“, daß ich gesagt habe, „er gab ihm die Macht, auch Gericht zu halten, denn es kommt die Stunde“. Er fügte nicht bei: „Und sie ist jetzt“; also will er eine gewisse Stunde am Ende der Welt nahelegen. Die Stunde ist jetzt, daß die Toten auferstehen, die Stunde wird sein am Ende der Welt, daß die Toten auferstehen; aber jetzt stehen sie im Geiste auf, alsdann im Fleische; jetzt sollen sie aufstehen im Geiste durch das Wort Gottes, den Sohn Gottes, alsdann sollen sie aufstehen im Fleische durch das Fleisch gewordene Wort Gottes, den Sohn des Menschen. Denn zum Gericht der Lebendigen und Toten wird nicht der Vater selbst kommen, und doch trennt sich der Vater nicht vom Sohne. Wie nun wird er nicht selbst kommen? Weil man ihn selbst nicht sehen wird beim Gerichte. „Sie werden den sehen, 334 den sie durchbohrt haben“. Jene Gestalt wird Richter sein, welche unter dem Richter stand; jene wird richten, welche gerichtet wurde; gerichtet wurde sie nämlich ungerecht, richten wird sie gerecht. Kommen wird also die Gestalt des Knechtes, und* sie* wird erscheinen. Wie sollte denn die Gestalt Gottes den Gerechten und Ungerechten erscheinen? Wenn freilich das Gericht bloß unter den Gerechten stattfände, würde die Gestalt Gottes gleichsam den Gerechten erscheinen; weil jedoch das Gericht über Gerechte und Ungerechte stattfinden wird, so ist es auch nicht zulässig, daß die Ungerechten Gott schauen. „Selig sind ja, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott anschauen“; als ein solcher wird der Richter erscheinen, daß er gesehen werden kann, sowohl von denen, die er krönen, wie von denen, die er verurteilen wird. Die Gestalt des Knechtes also wird man sehen, verborgen sein wird die Gestalt Gottes. Verborgen sein wird im Knechte der Sohn Gottes und erscheinen wird der Sohn des Menschen, denn „er gab ihm die Macht, auch Gericht zu halten, weil er der Sohn des Menschen ist“. Und weil er allein in der Gestalt des Knechtes erscheinen wird, der Vater aber in dieser Gestalt nicht erscheinen wird, weil er mit der Gestalt des Knechtes nicht bekleidet ist, darum sagt er oben: „Der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohne übergeben“. Mit Recht also wurde das (zu sagen) verschoben, damit der selbst es auslege, der es vorlegt. Oben war es nämlich noch verborgen, jetzt ist es, wie ich glaube, bereits offenbar, daß „er ihm die Macht gab, auch Gericht zu halten, weil der Vater niemand richtet, sondern alles Gericht dem Sohne gegeben hat“; denn das Gericht wird in jener Gestalt stattfinden, welche der Vater nicht hat. Und welches Gericht? „Wundert euch nicht darüber, denn es kommt die Stunde“, nicht die, welche jetzt ist, daß die Seelen auferstehen, sondern die künftige, daß die Leiber auferstehen.