Aber, siehe, sagen die Jünger zum Herrn, wir haben gehört, in welchem Namen wir taufen sollen, Du hast uns zu Deinen Dienern gemacht und zu uns gesagt: „Gehet, taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“; wohin sollen wir gehen? Wohin? Habt ihr es nicht gehört? Zu meinem Erbe. Ihr fragt: Wohin sollen wir gehen? Zu dem, was ich mit meinem Blute erkauft habe. Wohin also? Zu den Völkern, sagt er. Ich habe gemeint, er sprach: Gehet, taufet die Afrikaner im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Gott sei Dank; der Herr hat die Frage gelöst, die Taube hat es gelehrt. Gott sei Dank: zu den Völkern wurden die Apostel gesandt; wenn zu den Völkern, dann zu allen Zungen. Dies zeigte der Heilige Geist an, indem er in Zungen geteilt, in der Taube geeint war. Dort teilen sich die Zungen, hier verbindet die Taube. Waren die Zungen der Völker 96 einträchtig, und nur die Zunge Afrikas nicht in Eintracht? Was ist einleuchtender, meine Brüder? In der Taube ist Einheit, in den Zungen der Völker Gemeinsamkeit. Einst nämlich wurden auch die Zungen aus Hochmut uneinig, und da entstanden aus einer Zunge die vielen Zungen. Denn nach der Sintflut errichteten gewisse stolze Menschen, wie um sich gegen Gott zu befestigen, als wäre etwas hoch für Gott oder sicher für den Stolz, einen Turm, gleichsam damit sie nicht durch eine Sintflut, wenn später eine solche erfolgen sollte, vertilgt würden. Denn sie hatten gehört und in Erwägung gezogen, daß jede Ungerechtigkeit durch die Sintflut vertilgt worden war; der Ungerechtigkeit wollten sie sich nicht enthalten; sie suchten gegen eine Sintflut einen hohen Turm auf; sie bauten einen hoch emporragenden Turm. Gott sah ihren Stolz und ließ sie in den Irrtum fallen, daß sie sich nicht mehr erkannten beim Reden, und so entstanden durch Stolz die verschiedenen Sprachen. Wenn der Stolz die Verschiedenheit der Sprachen bewirkt hat, so hat die Demut Christi die Verschiedenheit der Sprachen aufgehoben. Was jener Turm auseinander gebracht hatte, das sammelt die Kirche wieder. Aus einer Sprache sind viele geworden; wundere dich nicht, das hat der Stolz getan; aus vielen Sprachen wird eine; wundere dich nicht, das hat die Liebe getan. Denn wenn auch der Klang der Sprachen verschieden ist, im Herzen wird* ein* Gott angerufen,* ein* Friede bewahrt. Wie also, Teuerste, mußte der Heilige Geist, um die Einheit zu bezeichnen, dargestellt werden, wenn nicht durch die Taube, damit zu der in Friede vereinigten Kirche gesagt werden könnte: „Eine ist meine Taube“? Wie mußte die Demut dargestellt werden, wenn nicht durch einen einfältigen und girrenden Vogel, nicht durch einen stolzen und sich erhebenden Vogel wie der Rabe?