Denn wenn die Heiligkeit der Taufe sich nach der Verschiedenheit der Verdienste richtet, so wird es, weil die Verdienste verschieden sind, verschiedene Taufen geben; und jeder hat dann ― so muß man annehmen ― etwas um so Besseres empfangen, je besser derjenige zu sein scheint, von dem er es empfangen hat. 94 Selbst die Heiligen, verstehet es wohl, Brüder, die Guten, die zur Taube gehören, die zum Stande der Stadt Jerusalem gehören, selbst die Guten in der Kirche, von welchen der Apostel sagt: „Der Herr kennt die Seinigen“, besitzen verschiedene Gnaden, haben nicht alle die gleichen Verdienste; die einen sind heiliger als die andern, die einen besser als die andern. Warum also ist, wenn einer z. B. von einem Gerechten und Heiligen getauft wird, der andere von einem, der von geringerem Verdienst ist vor Gott, von geringerem Range, von geringerer Enthaltsamkeit, von weniger gutem Lebenswandel, warum ist es dennoch eines und dasselbe, was sie empfangen, außer weil „dieser es ist, welcher tauft“? Wie also, wenn ein Guter und ein Besserer tauft, deshalb der eine nicht etwas Gutes, der andere etwas Besseres empfängt, sondern, obwohl von den Dienern der eine gut, der andere besser ist, beide eines und das nämliche empfingen und nicht dieser etwas Besseres, jener etwas Geringeres: so ist auch, wenn ein Böser aus Unkenntnis oder Nachsicht der Kirche tauft (denn entweder werden die Bösen nicht gekannt oder geduldet; man duldet die Spreu, bis am Ende die Tenne gereinigt wird), das, was gegeben ist, eines und nicht ungleich wegen der Ungleichheit der Diener, sondern gleich und dasselbe, weil „dieser es ist, welcher tauft“.