Denn nicht bloß nutzlos war dir die Taufe, sondern auch schädlich war sie. Auch das Heilige kann schädlich sein; den Guten nämlich wohnt das Heilige zum Heile, den Bösen wohnt es zum Gerichte inne. Denn sicherlich, Brüder, wissen wir, was wir empfangen, und zweifellos heilig ist, was wir empfangen, und doch was sagt der Apostel? „Wer aber unwürdig ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich das Gericht“. Er sagt nicht, die Sache selbst sei schlecht, sondern daß der Schlechte durch schlechten Empfang zum Gerichte das Gute empfängt, das er empfängt. Denn war der Bissen schlecht, der dem Judas vom Herrn gereicht wurde? Es sei ferne. Der Arzt würde kein Gift geben, der Arzt gab nur Heil; allein durch unwürdigen Empfang empfing 101 der es zum Verderben, der es nicht in Frieden empfing. So auch derjenige, der getauft wird. Ich hab’s, sagt er, für mich. Jawohl, du hast es; gib acht auf das, was du hast; gerade durch das, was du hast, wirst du verdammt werden. Warum? Weil du ein Gut der Taube außerhalb der Taube hast. Wenn du das Gut der Taube innerhalb der Taube hast, hast du es sicher. Stelle dir vor, du seiest ein Kriegsmann; wenn du das Abzeichen deines Kaisers drinnen hast, dann dienst du sicher; wenn du es draußen hast, dann nützt dir nicht bloß jenes Abzeichen nichts für den Kriegsdienst, sondern du wirst auch noch als Fahnenflüchtiger gestraft werden. Komm also, komm und sage nicht: Ich hab’s schon, mir reicht’s schon. Komm, die Taube ruft dich, seufzend ruft sie dich. Meine Brüder, euch sage ich: durch Seufzen rufet, nicht durch Streiten; rufet durch Beten, rufet durch Einladen, rufet durch Fasten; an eurer Liebe sollen sie erkennen, daß ihr Mitleid mit ihnen habt. Ich zweifle nicht, meine Brüder, daß sie, wenn sie euren Schmerz sehen, beschämt werden und wieder aufleben. Komm also, komm; fürchte nicht; fürchte, wenn du nicht kommst; vielmehr nicht fürchten sollst du, sondern trauern. Komm, du wirst dich freuen, wenn du zurückgekommen bist; du wirst zwar seufzen bei den Drangsalen, die das Kommen mit sich bringt, aber du wirst dich freuen in Hoffnung. Komm dahin, wo die Taube ist, von der es heißt: „Eine ist meine Taube, die einzige ihrer Mutter“.* Eine* Taube siehst du über dem Haupte Christi; siehst du die Zungen nicht auf dem ganzen Erdkreis? Derselbe Geist erscheint in der Taube, derselbe auch in den Zungen. Wenn derselbe Geist in der Taube und in den Zungen erscheint, dann ist der Heilige Geist dem Erdkreis gegeben, und von diesem hast du dich losgerissen, um mit dem Raben zu krächzen, nicht um mit der Taube zu seufzen. Komm also!