Denn was du hast, hatte auch Simon Magus; die Apostelgeschichte ist Zeuge, jenes kanonische Buch, welches alljährlich in der Kirche vorzulesen ist. Nach jährlich wiederkehrendem Brauche wird nach der Passion des Herrn, wie ihr wißt, jenes Buch gelesen, worin steht, wie der Apostel bekehrt und aus einem Verfolger 103 ein Prediger wurde, worin auch erzählt wird, wie am Pfingsttage der Heilige Geist gesandt wurde in geteilten Zungen, wie Feuer. Daselbst lesen wir auch, daß viele auf die Predigt des Philippus hin glaubten; darunter ist aber entweder einer aus den Aposteln oder aus den Diakonen zu verstehen, denn, wie wir dort lesen, wurden sieben Diakonen geweiht, unter welchen auch der Name Philippus sich findet. Also auf die Predigt des Philippus hin glaubten die Samariter; Samaria wurde allmählich reich an Gläubigen. Daselbst war jener Simon Magus; durch seine Zauberkünste hatte er das Volk in Raserei versetzt, so daß sie ihn für eine Kraft Gottes hielten. Jedoch durch die von Philippus vollbrachten Zeichen bewogen, glaubte auch er, allein* wie* er glaubte, zeigte das später Folgende; getauft wurde aber auch Simon. Die Apostel in Jerusalem hörten dies; es wurde zu ihnen Petrus und Johannes gesandt, sie fanden viele Getaufte, und weil noch keiner derselben den Heiligen Geist empfangen hatte, wie er damals herabstieg als Hinweis auf die in Zukunft glaubenden Völker, so nämlich, daß diejenigen, auf welche der Heilige Geist kam, in Sprachen redeten, so legten sie ihnen die Hände auf und beteten für sie, und sie empfingen den Heiligen Geist. Jener Simon, der in der Kirche keine Taube, sondern ein Rabe war, weil er das Seinige suchte, nicht das, was Jesus Christus ist, weshalb er in den Christen mehr die Macht als die Gerechtigkeit liebte, sah, wie durch die Handauflegung der Apostel der Heilige Geist gegeben wurde ― nicht als ob sie selbst ihn gegeben hätten, sondern weil er auf ihr Gebet hin gegeben wurde ―, und sprach zu den Aposteln: „Was wollt ihr von mir an Geld nehmen, daß auch durch meine Handauflegung der Heilige Geist gegeben werde?“ Und Petrus sprach zu ihm: „Dein Geld mit dir ins Verderben, weil du geglaubt hast, die Gabe Gottes sei um Geld käuflich“. Zu wem sagt er: „Dein Geld 104 mit dir ins Verderben“? Gewiß zu dem Getauften. Er hatte bereits die Taufe, aber der Seele der Taube gehörte er nicht an. Höre, daß er ihr nicht angehörte, achte auf die Worte des Apostels Petrus; es folgt nämlich: „Du hast keinen Teil noch Los an diesem Glauben; denn ich sehe, daß du voll bitterer Galle bist“. Die Taube hat keine Galle, Simon hatte solche; darum wurde er abgesondert von der Seele der Taube. Was nützte ihm die Taufe? Rühme dich also nicht der Taufe, als ob aus ihr das Heil dir erblühe; zürne nicht, lege die Galle ab, komm zur Taube; hier wird dir zum Nutzen sein, was draußen nicht bloß nicht nützte, sondern schadete.