Da sie nun von allen Seiten in die Enge getrieben werden, was halten sie uns entgegen, weil sie nichts zu erwidern wissen? Unsere Landhäuser hat man genommen, unsere Grundstücke hat man genommen. Sie bringen Testamente von Menschen hervor. Siehe, wo Gajus Sejus der Kirche, welcher Faustinus vorstand, ein Grundstück geschenkt hat. Von welcher Kirche war Faustinus Bischof? Was ist die Kirche? Der Kirche, sagt er, welcher Faustinus vorstand. Aber nicht der Kirche stand Faustinus vor, sondern einer Sekte stand er vor. Die Taube aber ist die Kirche. Was schreist du? Wir haben keine Landhäuser verschlungen, die Taube soll sie haben; man forsche nach, welches die Taube sei, und* sie* soll sie haben. Denn ihr wißt, meine Brüder, daß jene Landhäuser nicht dem Augustinus gehören, und wenn ihr es nicht wißt und glaubt, der 109 Besitz von Landhäusern mache mir Freude, so weiß es Gott, er weiß, was ich von jenen Landhäusern denke oder was ich da zu leiden habe; er kennt meine Seufzer, wenn er mir etwas von der Taube zu verleihen sich gewürdigt hat. Siehe, es sind Landhäuser. Nach welchem Rechte erhebst du Anspruch auf Landhäuser? Nach göttlichem oder menschlichem? Sie mögen antworten. Das göttliche Recht haben wir in den Schriften, das menschliche Recht in den Gesetzen der Herrscher. Wodurch besitzt jeder, was er besitzt? Nicht durch menschliches Recht? Denn nach göttlichem Recht gehört „dem Herrn die Erde und ihre Fülle; Arme und Reiche hat Gott aus einem Lehm gemacht, und Arme und Reiche trägt die* eine* Erde. Jedoch nach menschlichem Rechte sagt einer: Dieses Landhaus gehört mir, dieses Haus gehört mir, dieser Knecht gehört mir. Nach menschlichem Rechte also, nach dem Rechte der Kaiser. Warum? Weil Gott die menschlichen Rechte durch die Kaiser und Könige der Welt dem menschlichen Geschlechte zugeteilt hat. Wollt ihr, daß wir die Bestimmungen der Kaiser verlesen und nach ihnen handeln betreffs der Landhäuser? Wenn ihr sie nach menschlichem Rechte besitzen wollt, so laßt uns die Verordnungen der Kaiser verlesen; laßt uns sehen, ob sie wollten, daß die Häretiker etwas besitzen sollen. Aber was geht mich der Kaiser an? Nach seinem Rechte besitzest du ein Landstück. Oder hebe die Rechte der Kaiser auf; aber wer wagt dann noch zu sagen: Jenes Landhaus gehört mir oder jener Knecht gehört mir oder dieses Haus gehört mir? Wenn sie aber, damit jene Dinge im Besitze der Menschen bleiben, sich die Rechte der Herrscher gefallen ließen, sollen wir die Gesetze verlesen, damit ihr froh seid, daß ihr auch nur* einen* Garten besitzt, und es lediglich der Sanftmut der Taube zuzuschreiben habt, daß man euch wenigstens da bleiben läßt? Man kann ja bekannte Gesetze lesen, wo die Kaiser verordneten, daß diejenigen, welche außerhalb der Gemeinschaft der katholischen Kirche sich den christlichen Namen anmaßen und nicht in Frieden den 110 Urheber des Friedens verehren wollen, nichts im Namen der Kirche zu besitzen wagen sollen.