100 Es belehrt uns die Taube. Sie antwortet nämlich vom Haupte des Herrn her und sagt: Die Taufe hast du, die Liebe aber, in der ich seufze, hast du nicht. Was heißt das, sagt er, die Taufe habe ich, die Liebe habe ich nicht? Die Sakramente habe ich, die Liebe habe ich nicht? Mach kein solches Geschrei; zeige mir, wie der die Liebe hat, der die Einheit der Kirche auflöst. Ich, sagt er, habe die Taufe. Du hast sie, ja, aber die Taufe ohne die Liebe nützt dir nichts, weil du ohne die Liebe nichts bist. Die Taufe ist auch in dem, der selbst nichts ist, nicht nichts; ist doch die Taufe etwas und zwar etwas Großes, um dessentwillen, von dem es heißt: „Dieser ist es, welcher tauft“. Allein damit du nicht meintest, das, was so groß ist, könne dir etwas nützen, wenn du nicht in der Einheit bist, so stieg über den Getauften die Taube herab, als wollte sie sagen: Wenn du die Taufe hast, sei in der Taube, damit dir nicht unnütz sei, was du hast. Komm also zur Taube, sagen wir, nicht um das erst zu empfangen, was du nicht hattest, sondern damit dir nütze, was du hattest. Denn draußen hattest du die Taufe zum Verderben; wenn du sie drinnen hast, wird sie dir zum Heile gereichen.