Ambrosius dankt dem Siricius für den ihm durch den 477 Priester Syrus überschickten Brief, lobt diesen wegen seiner schnellen Heimreise und spricht von der eifrigen Nachfolge Jesu.
Ambrosius (sendet) dem Siricius (seinen Gruß). Es ist mir angenehm, wenn ich von Dir einen Brief erhalte; aber wenn du Einige von unseren Mitdienern schickest, wie du unseren Bruder und Mitpriester Syrus mit deinem Schreiben begleitet hast, dann verdoppelt sich die Freude. Allein wäre doch dieser Genuß ein länger dauernder gewesen! Denn sogleich bei der Ankunft glaubte erzurückeilen zu müssen, was allerdings mein Verlangen gar sehr verkürzte, aber ihn mir noch theuerer machte. Denn ich liebe Diejenigen, seien es Priester oder Diakonen, die, wenn sie irgend wohin gegangen, sich nicht länger von ihrem Amte entfernt halten lassen. Denn der Prophet sagt: „Ich wurde nicht überdrüssig, dir zu folgen.„ Wem aber kann es schwer fallen, Jesum zu folgen, da er sagt: "Kommet zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich werde euch erquicken“ ? Folgen wir also Jesum stets und unablässsg nach, weil, wenn wir ihm immer folgen, wir nie verschmachten; denn er stärkt die, so ihm folgen. Je näher also du der Stärke bist, desto stärker wirst du sein. Sehr oft wird uns, wenn wir (Jesum) nachfolgen, von den Gegnern zugerufen:„Wo ist des Herrn Wort? Es komme doch!„ Lassen wir uns jedoch die Nachfolge nicht verdrießen und uns von derselben durch böswillige Fragen nicht abwendig machen. Dieß wurde dem Propheten zugerufen, 478 als er in den Kerker und in die Tiefe der schlammigen Cisterne geworfen wurde: „Wo ist das Wort des Herrn? es komme doch!“ Er aber folgte um so mehr (dem Herrn) und gelangte deßhalb siegreich an’s Ziel und erhielt deßhalb die Krone, weil es ihm nicht schwer fiel, Jesum zu folgen; denn es wird keine Mühsal sein in Jacob und keine Noth zu sehen sein in Israel. Leb’ wohl und liebe uns, weil auch wir den lieben, welcher uns liebt und unser Vater ist.