Dieses kaiserliche Rescript fand erst Baronius in einem Vaticanischen Codex und publicirte es zum J. 385 n. 6. Der Adressat Pinian, welchen auch der hl. Augustinus in seinen Briefen (124. 125. 126.) erwähnt, war wohl im Juli 386 und später Präfect der Stadt Rom, früher aber war es Salustius; Tillemont meint daher, daß Pinian, als er dieses kaiserliche Schreiben erhielt, die Würde eines Vicars oder eine ähnliche bekleidete. Coustant endlich ist der gewiß richtigen Ansicht, daß Kaiser Valentinian sich mit der Bestätigung des Siricius beeilte, weil Ursinus immer wieder als Gegenpapst agitirte, und setzt daher die Abfassung unseres Briefes in den (23.) Februar des Jahres 385.
Daß die Bevölkerung der ewigen Stadt sich der Eintracht erfreue und den besten Priester wähle, halten wir 426 für den Willen des römischen Volkes und freuen uns, daß es zu unseren Zeiten geschieht. Weil sie also wollten, daß der fromme Siricius als heiliger Bischof dem Priesterthume derart vorstehe, daß sie den gottlosen Ursinus offen verwarfen, so möge er zu unserer Freude als Bischof bleiben, theuerster und liebster Pinian; denn es ist sicherlich ein Beweis seiner Unbescholtenheit und Rechtschaffenheit, daß einstimmig er erwählt, die Übrigen aber verworfen wurden. Gegeben am 23. Februar.