Von diesem Schreiben liegen mir fünf (beziehungsweise vier) Recensionen vor: die erste, eine lateinische bei Mansi, welche Hefele für das Originalschreiben hält, die zweite, eine griechische aus Theodoretus,die dritte, ebenfalls eine griechische aus Sozomenus,587 welche, weil vielfach verderbt, unberücksichtigt bleibt, die vierte, eine lateinischevon ihrem Herausgeber Lucas Holstein und nach ihm auch von Merendairrig für das Original erklärt, und die fünfte, auch eine lateinische aus Epiphanius Scholasticus, welche mit 274 der ersten fast wörtlich übereinstimmt, so daß man, weil Mansi bei dieser keine Quelle angibt, vielleicht sagen kann, Epiphanius habe uns das Originalschreiben überliefert; wir nehmen diese auch als die Grundlage unserer Übersetzung an,wobei die wichtigeren Abweichungen der anderen Recensionen angegeben werden sollen. Dieses Schreiben gehört der ersten vom Papste Damasus zu Rom gehaltenen Synode vom J. 369 an, auf welcher die Lehre ausgesprochen wurde: Vater und Sohn seien einer Wesenheit, zugleich auch der heilige Geist. Ferner wurde Bischof Auxentius von Mailand, eine der Hauptstützen des Arianismus im Abendlande, mit dem Anathem belegt. Hefele schreibt gegen Merenda dieser ersten Synode auch einen an die Orientalen gerichteten Tomuszu, welcher ausser unserem Synodalschreiben noch einige andere Erklärungen über den Glauben enthält, also die zwei unter Nummer 4 unten folgenden Fragmente; wir richten uns aber nach den Untersuchungen Merendas, deren Resultate an ihrem Orte angegeben werden. Zu jener Annahme wurde Hefele vielleicht durch die doppelte Überschrift unseres Briefes gebracht, welcher in dem Holsteinischen Exemplare „an die Orientalen" adressirt erscheint; auch Dieß erklärt Merenda in befriedigender Weise also: Das Schreiben war ursprünglich jedenfalls nur an die illyrischen Bischöfe gerichtet; als dann 275 gegen das Ende 371 oder Anfang 372 der Diakon Dorotheus mit dem obigen Briefe des Basilius ankam, sandte Damasus den Sabinus, Diakon von Mailand (hernach wahrscheinlich Bischof von Piacenza), in den Orient und gab diesem die Acten der im Jahre 369 gehaltenen römischen Synode mit, weil er dadurch den von Basilius ausgesprochenen Wünschen vollkommen entsprechen konnte, so daß dasselbe Synodalschreiben jetzt an die Orientalen adressirt wurde. Hieraus nun erklärt es sich, warum der Brief des Basilius diesem Synodalschreiben vorgesetzt ist.
Damasus und die übrigen in Rom versammelten Bischöfe (senden) den geliebtesten Brüdern, den in Illyrien eingesetzten Bischöfen, Gruß im Herrn.
Wir glauben, daß euer hl. Glaubeauf die Lehre der Apostel gegründet sei, daß (ihr) diesen festhaltet und diesen allem Volke vortraget, der nemlich von den Bestimmungen.
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