Vor alters kam es also zu einzelnen Heiligen und heiligte die, die es würdig aufnahmen, und es hat nicht geheißen, das Wort sei Mensch geworden, als jene geboren wurden, noch auch, es habe gelitten, als jene litten. Als es aber einmal in der Fülle der Zeiten aus Maria erschienen war, die Sünde aufzuheben — denn so gefiel es dem Vater und er sandte seinen Sohn, geboren aus dem Weibe, gestellt unter das Gesetz —, damals ist gesagt worden, daß es Fleisch annahm und Mensch geworden ist und im Fleische für uns gelitten 285 hat, wie Petrus sagt: „Da nun Christus im Fleische für uns gelitten“. Damit sollte erwiesen werden, und wir alle sollten zum Glauben kommen, daß er, der immer Gott war und die heiligte, bei denen er Einkehr nahm, und alles nach dem Willen des Vaters anordnete, später auch unsertwegen Mensch geworden ist und die Gottheit leibhaftig, wie der Apostel sagt, im Fleische Wohnung genommen hat. Das heißt soviel, als sagte er: Als Gott hatte er seinen eigenen Leib und ist, indem ihm dieser als Werkzeug diente, unsertwegen Mensch geworden. Deshalb wird das, was dem Fleische eigen ist, ihm zugeschrieben, weil er in ihm war, wie das Hungern, Dürsten, Leiden, Ermüden und Ähnliches, dem das Fleisch ausgesetzt ist. Die Werke aber, die dem Worte selbst zukommen, als: Tote erwecken, Blinden das Gesicht geben, vom Blutfluß heilen, vollbrachte es selbst durch seinen eigenen Leib. Das Wort trug die Schwächen des Fleisches als seine eigenen; denn ihm gehört das Fleisch. Und das Fleisch diente den Werken der Gottheit, weil sie in ihm war; denn Gott gehörte der Leib. Treffend aber hat der Prophet gesagt: „Er trug“ und nicht hat er gesagt: Er heilte selbst unsere Schwächen, damit er nicht als außerhalb des Leibes befindlich und ihn bloß heilend, wie er es immer getan hat, die Menschen wieder dem Tode unterworfen ließe. Unsere Schwächen aber trägt er, und unsere Sünden nimmt er auf sich, damit es klar werde, daß er unsertwegen Mensch geworden, und daß der Leib, der sie trägt, ihm gehört. Er selbst litt keinen Schaden, wenn er unsere Sünden mit seinem Leibe am Holz emportrug, wie Petrus gesagt hat. Wir Menschen aber wurden von unsern Leiden erlöst und mit der Gerechtigkeit des Wortes erfüllt.