Welches ist nun jene Zunahme, oder, wie oben gesagt, die vom Worte den Menschen mitgeteilte Vergöttlichung und Gnade, wodurch in ihnen die Sünde und das Verderben infolge der Ähnlichkeit und Verwandtschaft des Fleisches mit dem Worte aufgehoben wurde? Denn indem der Leib so mit dem Alter wuchs, nahm zugleich die Offenbarung der Gottheit in ihm zu, und allen ward es offenbar, daß er im Tempel Gottes ist und Gott im Leibe war. Wenn sie aber das bestreiten, weil das fleischgewordene Wort Jesus genannt wurde und sie auf ihn den Ausdruck: “Er nahm zu” beziehen, so sollen sie hören, daß auch dies das väterliche Licht — denn das ist der Sohn — nicht verringert. Es zeigt vielmehr wieder, daß das Wort Mensch geworden ist und wirkliches Fleisch trug. Und wie wir sagten, daß er im Fleische gelitten hat, im Fleische hungerte, im Fleische müde wurde, so kann man mit Recht wohl auch sagen, daß er im Fleische zunahm. Denn die Zunahme, von der wir gesprochen haben, vollzog sich nicht so, daß das Wort außerhalb war. Denn in ihm war das Fleisch, das zunahm, und ihm wird es zugesprochen, und zwar, damit wieder die Zunahme der Menschen wegen des einwohnenden Wortes unerschütterlich verbleibe. Es kam also weder dem Worte die Zunahme zu, noch war das Fleisch die Weisheit, sondern das Fleisch ist 313 der Leib der Weisheit geworden. Deshalb nahm, wie wir bereits gesagt haben, nicht die Weisheit als solche an und für sich zu, sondern es nahm die Menschheit in der Weisheit zu, indem sie sich allmählich über die menschliche Natur erhob, vergöttlicht ward und der Weisheit ein allgemein sichtbares Werkzeug für die Tätigkeit der Gottheit und ihrer Offenbarung wurde. Deshalb sagte er auch nicht: “Das Wort nahm zu, sondern”Jesus", eine Bezeichnung, die der menschgewordene Herr erhielt, so daß die Zunahme der menschlichen Natur zukommt, so wie wir im Vorausgehenden gesagt haben.