Denn nach so vielen Gegenbeweisen, auf die hin selbst der Teufel, ihr Vater, beschämt den Rückzug 320 anträte, stoßen sie aus ihrem verkehrten Herzen wieder neue Einfälle hervor, flüstern den einen zu und umsummen die andern wie Mücken also: Es sei so, wie ihr erklärt, und ihr sollt recht haben mit euren Schlüssen und Beweisen! Doch man muß sagen, daß der Sohn durch den Vater nach seinem Entschluß und Willen entstanden ist. Und so täuschen sie viele, indem sie sich auf den Entschluß und Willen Gottes berufen. Wenn das ein Rechtgläubiger in Einfalt sagte, so bestände kein Grund, aus der Äußerung Verdacht zu schöpfen, da der rechtgläubige Sinn über den unbeholfenen Ausdruck der Rede geht. Weil aber die Rede von Häretikern kommt, und die Reden von Häretikern verdächtig sind, und, wie geschrieben steht, “die Gottlosen auf Trug sinnen” und “ihre Reden hinterlistig sind”, wenn sie auch nur winken, — denn sie haben ein verdorbenes Herz — wohlan, so wollen wir auch diese Rede prüfen und sehen, ob sie nicht nach allseitiger Widerlegung jetzt wie Hydren ein neues Schlagwort ersonnen haben, um in solch verschlagener Rede und schlauer Täuschung ihre Gottlosigkeit wieder in anderer Weise auszustreuen. Denn wer sagt: “Der Sohn ist durch den Willen geworden”, gibt dasselbe zu verstehen wie der, welcher sagt: “Es war einmal, da er nicht war”, und: “Aus Nichtseiendem ist der Sohn entstanden und er ist ein Geschöpf”. Doch, da sie sich solcher Reden schämten, suchten sich die Hinterlistigen wieder anders auszudrücken, und suchen hinter dem Willen Schutz, wie die Tintenfische hinter der schwarzen Farbe, um die Arglosen zu blenden, selbst aber ihre Häresie nicht aus den Augen zu verlieren. Denn woher der Ausdruck “nach dem Entschluß und Willen” stammt, oder aus welcher Schrift sie solche Worte wieder hervorholen, das sollen uns die Redeverdächtigen und Erfinder der 321 Gottlosigkeit sagen. Denn der Vater, der vom Himmel herab sein Wort offenbarte, bezeugte: “Dieser ist mein geliebter Sohn”. Und durch David sprach er: “Meinem Herzen entquoll ein gutes Wort”. Den Johannes hieß er sagen: “Im Anfang war das Wort”, und David sagt in den Psalmen: “Bei Dir ist die Quelle des Lebens, und in Deinem Lichte werden wir das Licht schauen”. Der Apostel schreibt: “Der, da er der Abglanz ist”, und wieder: “Der, da er die Gestalt Gottes war”, und: "Der das Bild des unsichtbaren Gottes ist.