Athanasius von Alexandrien · Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda] · Kapitel 10
Die sonderbaren Eusebianer schützen gleichwohl, damit es den Anschein gewinne, als ob sie dadurch die Wahrheit, und was geschrieben vorliegt, entkräften könnten, den Namen einer Synode vor, setzen aber an die Stelle 66 derselben den Kaiser. Und es findet sich dabei ein Comes ein, und Soldaten finden sich dabei ein als Trabanten der Bischöfe, und ein kaiserliches Schreiben ruft die zur Versammlung, welche sie dazu beiziehen wollten. Betrachtet hier ihre ausserordentliche Verfolgungssucht und die Widersprüche in ihrem kecken Verfahren, um in jeder Weise, sei es wie nur immer, uns den Mann zu entreissen. Denn wenn sie als Bischöfe sich allein das Recht der Entscheidung zuerkannten, wozu hatten sie einen Comes und Soldaten nöthig? Oder warum versammelten sie sich auf ein kaiserliches Schreiben hin? Und wenn sie des Kaisers bedurften und sich seines Ansehens bedienen wollten, warum ließen sie seine Entscheidung nicht gelten? Oder warum, da Jener die Melitianer in seinem Schreiben für verruchte Intriguanten, den Athanasius aber für ganz unschuldig erklärt und die Erdichtung von dem Morde an Einem, der noch am Leben ist, höchlich mißbilligt hatte, haben sie entschieden, daß die Melitianer die Wahrheit sprechen, Jener aber schuldig sei, und haben sie ohne Scheu aus dem Lebenden einen Todten gemacht, der noch nach der richterlichen Entscheidung des Kaisers lebte, und noch als sie zusammentraten, und der bis jetzt noch unter uns weilt? So viel von Arsenius.