Athanasius von Alexandrien · Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda] · Kapitel 39
Deßhalb wendeten wir uns an die frommen und gottesfürchtigen Kaiser und baten sie, sie möchten in ihrer Menschenfreundlichkeit befehlen, daß die, welche noch von Leiden bedrängt würden, frei gelassen werden sollten, und möchten den Auftrag geben, daß keiner der Richter, die bloß für die Angelegenheiten des Staates zu sorgen haben, weder Kleriker richte noch überhaupt ferners unter dem Vorwande der Kirchen Etwas gegen die Brüder unternehme, damit Jeder, ohne irgend eine Verfolgung, ohne eine Gewaltthat oder Übervortheilung zu erleiden, nach Wunsch und Willen lebe und in Ruhe und Frieden dem katholischen und apostolischen Glauben sich hingebe. Gregorius aber, von dem man sagt, daß er widerrechtlich von den Häretikern eingesetzt und von ihnen in euere Stadt gesendet wurde, davon möge euere Eintracht Kenntniß nehmen, ist durch den Richterspruch der ganzen heiligen Synode abgesetzt worden, oder besser gesagt, er ist überhaupt niemals als Bischof betrachtet worden. Freuet euch also, daß ihr euern Bischof Athanasius wieder zurückerhaltet. Denn deßhalb haben wir ihn in Frieden entlassen. Deßhalb ermahnen wir Alle, die entweder aus Furcht oder durch die Umtriebe gewisser Leute veranlaßt mit Gregorius in Gemeinschaft getreten sind, sie mögen auf unsere Ermunterung, Ermahnung und unser Zureden die abscheuliche 104 Gemeinschaft mit ihm aufgeben und nunmehr mit der katholischen Kirche in Verbindung treten.