Athanasius von Alexandrien · Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda] · Kapitel 15
Und was sie in Alexandria sich zu thun unterfangen haben, das ist euch, glauben wir, nicht unbekannt. Denn es hat sich überall verbreitet. Man griff mit entblößten Schwertern die heiligen Jungfrauen und die Brüder an und geißelte die bei Gott in Ehren stehenden Leiber. In Folge der Wunden wurden die an den Füßen gelähmt, die an der Seele in Keuschheit und in allen Tugenden unversehrt waren. Es wurden Handwerker und heidnische Haufen gegen sie in Bewegung gesetzt, um sie zu entblößen, zu schlagen, übermüthig zu behandeln, ihnen mit Altären und Darbringung von Opfern zu drohen. Ein übermüthiger Mann faßte, wie wenn nunmehr der Eparch aus Nachgiebigkeit gegen die Bischöfe dazu Erlaubniß gegeben hätte, eine Jungfrau bei der Hand und schleppte sie an einen nahen Altar, indem er den Zwang bei der Darbringung von Opfern und bei der Verfolgung nachahmte. Und 72 während das vorging und die Jungfrauen flohen und die Kirche von den Heiden verhöhnt wurde, befanden sich drinnen die Bischöfe und wohnten in dem Hause, wo das vorging, und von dem aus die Jungfrauen, weil man ihnen gefällig sein wollte, mit entblößten Schwertern, mit jeder Gefahr, mit Mißhandlungen und übermüthiger Behandlung Bekanntschaft gemacht haben. Und das duldeten sie fastend von denen, die drinnen mit den Bischöfen schmausten.