Athanasius von Alexandrien · Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda] · Kapitel 52
Auch ich nehme an euerer Freude Antheil, geliebte Brüder, weil ihr die Frucht eueres Glaubens nun vor Augen sehet. Denn das kann man in Wahrheit an meinem Bruder und Mitbischof Athanasius sich vollziehen sehen, den wegen der Unschuld seines Lebens und wegen eueres Gebetes Gott euch zurückgibt. Daraus kann man ersehen, daß ihr immer reine liebeerfüllte Gebete zu Gott emporgeschickt habt. Denn da ihr der himmlischen Verheissungen und der Leitung zu denselben eingedenk seid, die euch durch die Lehre meines genannten Bruders zu Theil geworden ist, so erkanntet ihr wahrhaft und habt im rechten Glauben, den ihr besitzet, begriffen, daß der nicht beständig von euch getrennt sein werde, der in eueren gottesfürchtigen Seelen euch immer als gegenwärtig vor Augen geschwebt ist. Ich brauche, indem ich an euch schreibe, nicht viele Worte zu machen. Denn Alles, was ich euch sagen mag, hat euer Glaube im Voraus erfaßt und hat in der Gnade Gottes die gemeinsamen Wünsche von uns allen erfüllt. Ich freue mich also mit euch, ich sage es noch einmal, daß ihr euere Seelen lm Glauben unerschüttert bewahrt habt, und nicht minder freue ich mich mit meinem Bruder Athanasius, daß er, obschon 122 er viel Schmerzliches litt, nicht eine Stunde lang euere Liebe und euere Sehnsucht vergessen hat. Denn wenn er auch dem Leibe nach auf eine Zeit lang von euch getrennt zu sein schien, so lebte er doch im Geiste beständig in Gemeinschaft mit euch.