Athanasius von Alexandrien · Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda] · Kapitel 19
Wir übersenden euch auch das Zeugniß unserer Amtsgenossen in Libyen, der Pentapolis und aus Ägypten, damit ihr auch daraus die gegen Athanasius gespielten Intriguen kennen lernet. Das aber thun sie, damit die, welche der gottesfürchtigen Lehre huldigen, von nun an aus Furcht schweigen sollen und die Häresie der gottlosen Arianer Eingang finde. Auch euerer Frömmigkeit, Geliebte, sei Dank gesagt, daß ihr oft in eueren Schreiben die Arianer mit dem Anathem belegtet und ihnen die Aufnahme in die Kirche nicht gewährt habt. Die Widerlegung der Eusebianer liegt nahe. Denn sehet, nach ihrem ersten Schreiben über die Arianer, von dem wir euch die Abschrift senden, hetzen sie nunmehr offenbar die von der ganzen katholischen Kirche mit dem Anathem belegten Ariomaniten gegen die Kirche auf, und sie stellten für sie einen Bischof auf und spalten durch ihre Drohungen und Schrecknisse die Kirchen, um überall Genossen ihrer Gottlosigkeit zu haben. Denn sie senden auch Diakonen zu den Ariomaniten, die offen bei ihnen ihre Zusammenkünfte halten und an sie schreiben und von ihnen Schreiben erhalten, dabei in die Kirche Spaltungen bringen, mit ihnen in Gemeinschaft stehen und überallhin Briefe senden, worin sie ihre Häresie befürworten und von der Kirche sich lossagen. Das werdet ihr aus dem abnehmen können, was sie an den römischen Bischof und wohl auch an euch schrieben. Daß nun das nicht 77 ungestraft bleiben kann, sehet auch ihr ein, Geliebte! Denn es ist schrecklich und der Lehre in Christus fremd. Deßhalb haben wir uns gemeinschaftlich versammelt und an euch geschrieben, und wir bitten euere Klugheit in Christus, ihr möget diese gemeinsame Erklärung gütig aufnehmen und unserm Mitbischof Athanasius euer Mitleid schenken und gegen die Anhänger des Eusebius euer Mißfallen zeigen, die Solches unternehmen, damit nie mehr eine solche Verkehrtheit und Schlechtigkeit in der Kirche einreisse. Denn euch rufen wir als Rächer dieser Ungerechtigkeit an, indem wir euch an das Wort des Apostels erinnern: „Nehmt den Bösen weg aus euerer Mitte!“ Denn böse fürwahr und der Gemeinschaft unwürdig ist, was sie vollbracht haben. Achtet also nicht mehr darauf, wenn sie wieder gegen den Bischof Athanasius an euch schreiben, — denn Alles, was sie bringen, ist erlogen, ― und nicht einmal, wenn sie Namen ägyptischer Bischöfe in ihren Briefen eintragen sollten. Denn gewiß sind sie nicht von uns geschrieben, sondern von Melitianern, die beständig Schismatiker sind und jetzt noch die Kirchen in Verwirrung setzen und Aufstände erregen. Denn sie unternehmen unvernünftige Einsetzungen von fast heidnischen Männern und vollbringen solche Thaten, daß wir sie uns zu schreiben schämen, die ihr aber von denen erfahren könnt, die wir senden, und die euch auch den Brief überbringen.