Glückseligkeit des von Lästersucht Freien; Beschreibung seines Wandels.
1. Glückselig, ja dreimal selig ist Derjenige, welcher seine Zunge nicht mit Lästerungen Anderer beschädigt und durch die Zunge sein Herz nicht befleckt, sondern im Bewußtsein, daß wir insgesammt tadelnswürdig sind, an der Lästerung über Andere keine Freude hat, sondern darüber sich vielmehr erzürnt. Wer Andere nicht lästert, bewahrt sich selbst unbefleckt. Ein Solcher wandelt ohne Anstoß und erhält sein Gewissen unbemakelt. Wer den Lästergeist flieht, hütet sich vor der Verbindung mit Bösen und besiegt die Heerschaar der bösen Geister. Wer keine Lästerzunge hat, besitzt einen unverletzlichen Schatz.
2. Wer zur Lästerung Anderer sich nicht herabwürdigt, vermeidet auch den Brudermord und wird auch von Andern nicht gelästert werden. Wer von dem Geiste der Lästerung nicht besessen ist, erkennt sich wahrhaft als einen Menschen von Fleisch und bewahrt sich selbst unbefleckt. Wer sich nicht in der Gesellschaft von Lästerern aufhält, wird einst in die Wohnung der Engel gelangen. Wessen Ohren und Zunge durch Lästersucht nicht vergiftet sind, ist ganz von der Arznei der Liebe erfüllt. Wer seinen Mund nicht mit Lästerungen verunreinigt, dessen Mund duftet lieblich von den Früchten des hl. Geistes. Wahrhaft glückselig und noch einmal selig ist also Derjenige, welcher sich vor der Lästerung bewahrt.