Wegen des Ausspruches im Evangelium aber, den du in deinem Brief erwähntest, wolle mir, mein Lieber, mit gutem Gewissen Nachsicht angedeihen lassen. Ich scheue mich nämlich, überhaupt daran zu gehen; denn es möchte mir, wenn ich mich mit meinem Geist in die Stelle vertiefe und zu forschen beginne, vielleicht nicht gelingen, den darin beschlossenen tiefen Sinn zu ergründen. Ich wünschte deshalb, darüber völlig zu schweigen und mich allein mit den früheren Briefen zu begnügen. Da ich aber vermute, du würdest doch nicht davon abstehen, abermals darüber zu schreiben, habe ich mir selbst Gewalt angetan, um meine bescheidene Kenntnis, die ich darüber besitze, niederzuschreiben. Zuversichtlich hoffe ich auch, du werdest unsere Darlegung, falls wir unseren Zweck erreichen, um dessen willen billigen, von dem sie kommt, uns aber, in der Erkenntnis unserer Bereitwilligkeit und unserer schwachen Kraft nicht tadeln. Es handelt sich also um die Stelle, da nach so vielen Wunderzeichen, die im Evangelium erwähnt sind, die Pharisäer sagten: „Dieser treibt die Dämonen nur mit Beelzebul aus, dem Gebieter der Dämonen. Der Herr aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst in Zwiespalt kommt, wird verwüstet“. Und nachdem 480 er gesagt hatte: „Wenn ich aber mit dem Geiste Gottes die Dämonen austreibe, dann ist doch wohl das Reich Gottes zu euch gekommen”, fügte er endlich bei: „Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird euch Menschen vergeben werden; die Lästerung gegen den Geist aber wird nicht vergeben werden. Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der zukünftigen". Du fragst aber, warum denn die Lästerung gegen den Sohn vergeben wird, die Lästerung gegen den Heiligen Geist jedoch keine Vergebung findet, weder in dieser Welt noch in der zukünftigen.