Auch die Erwägung der Schriftstelle selbst scheint mir eine solche Andeutung zu bieten und zu zeigen, daß beide Lästerungen auf ihn gehen, und daß er mit Bezug auf sich selbst die Bezeichnungen „Menschensohn" und „Geist" gebrauchte, um durch den einen Ausdruck seine Leiblichkeit erkennen zu lassen, durch „Geist" aber seine geistige, erkennende und ganz wahrhaftige Gottheit zu offenbaren. Denn das, wofür man Verzeihung erlangen kann, bezog er auf den Menschensohn, um seine Leiblichkeit anzudeuten; von der unverzeihlichen Lästerung aber zeigte er, daß sie gegen den Geist gerichtet sei, um durch diese Erwähnung des Gegensatzes zum Körperlichen seine Gottheit zu offenbaren. Diese Eigentümlichkeit habe ich auch im Evangelium nach Johannes bemerkt, wenn der Herr vom Genuß seines Leibes redet, und, da er sieht, wie sich viele daran stoßen, sagt: „Das ist euch anstößig? Wenn ihr nun den Menschensohn dahin aufsteigen seht, wo er vordem war? Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und Leben“. Denn auch hier 492 sagte er beides von sich aus, Fleisch und Geist; er unterschied den Geist vom Fleischlichen, damit sie nicht bloß an seine sichtbare Erscheinung, sondern auch an sein unsichtbares Wesen glaubten und einsehen sollten, daß auch das, was er sagte, nicht fleischlich, sondern geistig sei. Denn wie vielen würde der Leib zur Speise genügen, damit er Nahrung für die ganze Welt würde? Allein deshalb erwähnte er die Auffahrt des Menschensohnes zum Himmel, um sie vom Gedanken an den Leib abzuziehen und sie schließlich zur Erkenntnis zu führen, daß das Fleisch, von dem er redete, als himmlische Speise von oben her und als geistige Nahrung von ihm gegeben werde. Denn er sagte: „Was ich zu euch geredet habe, ist Geist und Leben”; das heißt soviel, als wenn er sagte: Was für das Heil der Welt geoffenbart und gegeben wird, ist das Fleisch, das ich trage; dieses aber und sein Blut wird euch von mir geistigerweise als Speise gegeben werden, dazu bestimmt, einem jeden geistigerweise gereicht und allen ein Bewahrungsmittel für die Auferstehung zum ewigen Leben zu werden. So hat der Herr auch die Samariterin vom Sinnlichen abziehen wollen, wenn er sagte, Gott sei ein Geist; sie sollte sich von Gott fürderhin nicht mehr eine körperliche, sondern eine geistige Vorstellung bilden. So hat auch der Prophet, da er die Menschwerdung des Logos schaute, gesagt: “Der Geist unseres Angesichts, Christus der Herr”; damit man nicht aus der äußeren 493 Erscheinung schließe, der Herr sei ein bloßer Mensch, sondern durch den Klang des Wortes „Geist" erkenne, daß der, der im Leibe ist, Gott sei.