Ein Zweifaches ist also klar: wer den Herrn von sich reden sieht, aber nur auf seine Leiblichkeit schaut, und ungläubig spricht: „Woher hat dieser seine Weisheit“, sündigt und lästert den Herrn als Menschensohn; wer jedoch seine Werke sieht, die durch den Heiligen Geist vollbracht werden, und behauptet, derjenige, der solches vollbringe, sei nicht Gott und Gottes Sohn, und wer diese Werke sogar dem Beelzebul zuschreibt, der lästert offenbar, weil er die Gottheit des Herrn leugnet. Denn auch an der Stelle im Evangelium deutet er, wie schon oft bemerkt wurde, mit dem Ausdruck „Menschensohn” seine fleischliche und leibliche Natur an, um durch den Ausdruck „Geist" zu offenbaren, daß der Heilige Geist, durch den er alles wirkte, sein sei. Deshalb sagte er, da er seine Werke vollbrachte: „Wenn ihr mir nicht glauben wollt, so glaubet meinen Werken, damit ihr erkennt, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist“. Als er ferner im Begriffe war, sich selbst für uns dem Leibe nach hinzuopfern, und deshalb nach Jerusalem hinaufging, sprach er zu seinen Jüngern: „Schlafet und ruhet weiter; sieh, die Stunde ist nahe, und der Menschensohn wird in Sünderhände überliefert”. Seine Wunder bewirkten nämlich, daß man an ihn als wahren Gott glaubte, sein Tod aber zeigte, daß er wirklich einen Leib hatte. Deshalb bezeichnete er den, der ausgeliefert werden sollte, mit Recht als Menschensohn; denn der Logos ist unsterblich, unberührbar und das Leben selbst. Aber die Pharisäer glaubten nicht daran und wollten auch die Werke ihrer Leute (υἱοί) nicht sehen. Deshalb tadelt sie der Herr abermals in sanfter Weise mit den Worten: „Wenn ich aber die Teufel mit Beelzebul austreibe, mit wessen Hilfe treiben eure Leute sie aus? Deshalb mögen sie eure Richter 494 sein. Treibe ich aber mit dem Geiste Gottes die Teufel aus, dann ist doch wohl das Reich Gottes zu euch gekommen“. Dabei sagte er aber „mit dem Geiste”, nicht als ob er etwa geringer wäre als der Geist, noch auch, als ob der Geist durch ihn die Werke wirkte, sondern um abermals zu offenbaren, daß er, der Logos Gottes, selbst durch den Geist alles wirke, und um die Zuhörer zu belehren, daß sie, falls sie die Werke des Geistes dem Beelzebul zuschreiben, den lästern, der den Geist spendet. Auch durch diese Äußerung gab er nämlich zu verstehen, daß sie sich nicht aus Unwissenheit, sondern aus freien Stücken dieser Lästerung schuldig machen, die sie in eine Strafe stürzt, der man nicht entrinnen kann, und daß sich die Toren nicht schämen, solche Werke, die sie als Gottes Werke erkennen, dem Beelzebul zuzuschreiben, und zu behaupten, sie würden durch einen unreinen Geist vollbracht.