So ist der Geist kein Geschöpf, sondern der Wesenheit des Logos eigen, eigen auch Gott und, wie gesagt, in ihm. Man darf ja nicht zögern, immer wieder dasselbe zu sagen. Wenn der Heilige Geist auch 475 nicht Sohn genannt ist, so ist er doch nicht außer dem Sohne; er heißt ja Geist der Sohnschaft. Und da „Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit„ ist, so ist folgerichtig vom Geiste gesagt: „Er ist Geist der Weisheit und Geist der Kraft“. Denn indem wir des Geistes teilhaftig sind, haben wir den Sohn, und indem wir den Sohn haben, haben wir den Geist, der, wie Paulus gesagt hat, in unseren Herzen ruft: „Abba, Vater„. Wenn aber von ihm, weil er Geist Gottes ist, geschrieben steht, daß er auch in ihm sei, da „das Wesen Gottes niemand kennt als der Geist Gottes, der in ihm ist“, und wenn der Sohn sagte: „Ich bin im Vater und der Vater ist in mir„, warum haben dann beide nicht einen und denselben Namen, sondern der eine den Namen Sohn und der andere den Namen Geist? Wer so fragt, ist wohl von Sinnen, da er nach dem Unerforschlichen forscht und sich nicht an das Wort des Apostels kehrt: „Wer hat den Sinn des Herrn verstanden? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen?“ Wer sollte es übrigens wagen, das, was Gott benannt hat, umzunennen? Dann möge er auch den Dingen der Schöpfung Namen geben. Da ja die Schöpfung auf einen Wink entstand, so mögen sie sagen, warum das eine Sonne, das andere Himmel, Erde, Meer und Luft ist. Wenn das aber diesen Toren unmöglich ist — denn jegliches bleibt, wie es geworden ist —, dann hat um so mehr das, was über der Schöpfung ist, ewigen Bestand und existiert auf keine andere Weise als so, daß der Vater Vater und nicht Großvater ist, der Sohn aber Sohn Gottes und nicht Vater des Geistes, und der Heilige Geist eben Heiliger Geist, aber nicht Enkel des Vaters oder Bruder des Sohnes ist.