Zu solchem haben sich nun auch die Pharisäer erdreistet und haben deshalb die gleiche Verwerfung 489 durch den Herrn erfahren, die für Beelzebul, auf den ihre Vermutung ging, bereits galt und noch gilt; daher werden sie zugleich mit ihm in dem Feuer verzehrt, das ihm von Ewigkeit bereitet ist. Der Herr tat ja diesen Ausspruch nicht, um zwischen seiner und des Heiligen Geistes Lästerung einen Vergleich anzustellen, als ob der Geist größer wäre als er und deshalb die Lästerung des Geistes ein schwereres Vergehen wäre. Das sei ferne! Denn er hatte ja früher gelehrt, daß alles, was der Vater hat, des Sohnes sei, daß der Geist vom Sohne nehmen und den Sohn verherrlichen werde. Auch gibt nicht der Geist den Sohn, vielmehr spendet der Sohn den Geist den Jüngern und durch sie allen, die an ihn glauben. in diesem Sinn äußerte sich also der Heiland nicht; er brachte vielmehr dadurch zum Ausdruck, daß die Lästerung beider gegen ihn selbst gerichtet, und daß die eine geringer, die andere aber größer sei. Die Pharisäer machten sich ja beider Lästerungen schuldig. Als sie den Menschen sahen, schmähten sie ihn: „Woher hat dieser solche Weisheit“. und „du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben“? Und als sie die Werke des Vaters sahen, leugneten sie im Widerspruch gegen dieselbe sogar, daß in ihm Beelzebul sei, und daß es dessen Werke seien. Weil beide Lästerungen gegen ihn gerichtet waren, und die eine, gegen die Gottheit, größer war, deshalb sagte er von der größeren, daß die auf sie gesetzte Strafe unnachlaßbar sei. Ja, als er den Jüngern Mut zusprach mit den Worten: „Wenn sie den Hausherrn Beelzebul geheißen haben …“ hat er sich selbst als den Hausherrn bezeichnet, der von den Juden so getröstet wurde.