Wer soll sie, wenn er das hört, noch für Christen und nicht vielmehr für Heiden halten? Denn solche 472 Dinge reden gegen uns die Heiden untereinander. Wer wird ihnen auf diesen Unsinn noch antworten wollen? Ich wenigstens habe viel nachgedacht und nach einer Antwort gesucht, die für sie passen könnte, habe aber keine gefunden als jene, die vordem die Pharisäer erhielten. Denn wie der Heiland an jene, als sie in böser Absicht Fragen stellten, eine Gegenfrage richtete, damit sie ihre eigene schlechte Gesinnung erkennen möchten, so sollen auch diese, da sie um solche Dinge fragen, uns selber Bescheid geben oder vielmehr auf Fragen antworten, die ihren Fragen gleichen. Da sie nämlich ihre Hirngespinste nicht gewahren, wenn sie reden, werden sie vielleicht ihren Unsinn erkennen, wenn sie davon hören. Wenn der Heilige Geist, wie früher gezeigt wurde, kein Geschöpf, sondern in Gott ist und aus Gott gegeben wird, so ist also auch er Sohn, und er und der Sohn sind zwei Brüder; und wenn der Geist dem Sohne eigen ist und alles vom Sohn empfängt, wie letzterer selbst sagte, und ihn den Jüngern gab, indem er sie anhauchte — denn das gebt auch ihr zu —, so ist also der Vater Großvater und der Geist sein Enkel? Denn was ihr fragt und von uns zu wissen begehrt, das fragt man mit Recht auch euch. Wenn ihr nun leugnet, was geschrieben steht, so könnt ihr nicht mehr Christen genannt werden, und es ist dann billig, daß ihr euch mit Fragen an uns Christen wendet. Wenn ihr aber dasselbe lest wie wir, so müssen wir euch darüber auch in der gleichen Weise fragen. Sagt also ohne Zaudern, ob der Geist Sohn und der Vater Großvater ist. Wenn ihr aber die Sache überlegt, wie es seiner Zeit die Pharisäer getan haben, mögt ihr euch selber sagen: Behaupten wir, daß er Sohn ist, so werden wir zu hören bekommen: Wo steht das geschrieben? Behaupten wir aber, er ist nicht Sohn, so müssen wir fürchten, daß man uns erwidert: Warum steht also geschrieben: „Wir haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist aus Gott„. Wenn ihr aber, mit euch selbst im Streite, sagt: Wir wissen es nicht, dann darf auch der, 473 den ihr um solche Dinge fragt, schweigen und dem gehorchen, der da spricht: „Antworte dem Toren nicht auf seine Torheit, damit du ihm nicht gleich wirst, sondern antworte dem Toren seiner Torheit gemäß, damit er sich nicht selber weise dünkt“, Die Antwort, die für euch am besten paßt, ist Schweigen, damit ihr euere Unwissenheit erkennt.