Die Nichtswürdigen hätten jedoch den Herrn entweder wegen seiner körperlichen Erscheinung nicht gering schätzen dürfen oder ihn offenbar auf Grund seiner Werke als wahren Gott bekennen sollen. Sie handelten aber völlig verkehrt. Da sie einen Menschen sahen, schmähten sie ihn als Menschen; da sie aber 496 göttliche Werke sahen, leugneten sie seine Gottheit und nahmen ihre Zuflucht zum Teufel, in der Meinung, sie könnten durch diese Dreistigkeit dem Gerichte des von ihnen geschmähten Logos entrinnen. Die Beschwörer, Magier und Zauberer des Pharao gaben nach vielen Versuchen und nachdem sie die Zeichen gesehen, die durch Moses geschahen, schließlich doch nach und wandten den Rücken mit der Bemerkung, es sei der Finger Gottes, der das tue. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten aber, die die ganze Hand Gottes wirken sahen und gewahrten, wie durch den Heiland noch mehr und Größeres geschah, behaupteten, daß das Beelzebul vollbringe, von dem doch selbst die Magier, obwohl er ihnen eigen war, bekannten, daß er nicht einmal die Werke vollbringen könne, die geringer waren als die Werke des Herrn. Was könnte man nun sagen, um den Wahnwitz dieser Leute noch zu überbieten? Oder wer wird, wie der Prophet sagte, etwas mit der Gottlosigkeit dieser Leute vergleichen können? Denn im Vergleich zu sich lassen sie sogar die Sodomiter gerecht erscheinen; sie haben die Unwissenheit der Heiden übertroffen, sie überbieten sogar die Magier des Pharao an Bosheit; sie können einzig mit den Ariomaniten verglichen werden, weil sie miteinander der gleichen Gottlosigkeit verfallen sind. Denn die Juden schrieben die Werke des Vaters durch den Sohn, als sie dieselben sahen, dem Beelzebul zu; die Arianer aber zählen, wenn sie dieselben Werke sehen, den Herrn, der sie vollbringt, zu den Geschöpfen und behaupten, er sei aus nichts entstanden; er sei nicht gewesen, ehe er geschaffen wurde. Die Pharisäer murrten, da sie den Herrn im Leibe sahen, und sprachen: „Warum machst du, ein Mensch, dich zu Gott?" Die Feinde Christi aber lästern, wenn sie ihn leiden und schlafen sehen, und sagen: Wer dem unterworfen ist, kann nicht wahrer Gott und dem Vater wesensgleich sein. Will übrigens jemand beide Irrtümer vergleichen und untersuchen, so wird er, wie ich oben sagte, finden, daß sie miteinander in das Tal der bittern Torheit gestürzt sind. 497