Gälte übrigens dieser Ausspruch jenen, die nach der Taufe sündigen, und wäre für diese die Sündenstrafe unnachlaßbar, wie kann dann der Apostel dem reumütigen Sünder in Korinth sogar die Liebe zusichern und die rückfälligen Galater wiedergebären, bis daß Christus abermals in ihnen Gestalt gewinne? Indem er sagt „abermals„, weist er auf ihre frühere Vollendung im Geiste hin. Warum tadeln wir auch den 484 Novatus, der die Buße aufhebt und behauptet, daß jene, die nach der Taufe sündigen, keine Verzeihung erlangen, wenn dieser Ausspruch jenen gilt, die nach der Taufe sündigen? Auch die erwähnte Stelle im Brief an die Hebräer schließt nämlich die Buße der Sünder nicht aus, sondern zeigt nur, daß die Taufe der katholischen Kirche eine und nicht zweifach ist. Er schreibt ja an die Hebräer; und damit sie nicht der im Gesetze wurzelnden Gewohnheit entsprechend unter dem Vorwand der Buße glauben möchten, es gebe viele und tägliche Taufen, mahnt er sie deshalb zur Buße und erklärt, daß es nur eine Erneuerung durch die Taufe und keine zweite gebe, wie er auch in einem andern Briefe sagt: „Ein Glaube, eine Taufe“. Er sagt ja auch gar nicht, daß die Buße unmöglich sei, sondern daß es unmöglich sei, uns durch vorgebliche Buße zu erneuern. Das ist ein großer Unterschied. Denn der Büßer hört zwar auf zu sündigen, behält aber die Narben der Wunden; der Täufling dagegen zieht den alten Menschen aus und wird erneuert, von oben her geboren durch die Gnade des Geistes.