Es hat ja auch Moses bei der Schöpfung nicht gesagt: „Im Anfang zeugte“, noch auch: „Im Anfang war“, sondern: „Im Anfang machte Gott den Himmel und die Erde“. Auch David sang nicht: „Deine Hände“ zeugten mich, sondern „machten und bildeten mich“. Und von den Geschöpfen gebraucht er überall den Ausdruck: „Er machte“, bei dem Sohne aber machte er es umgekehrt. Denn er hat nicht gesagt: „Ich machte“, sondern: „Ich zeugte“ und: „Er zeugte mich“ und: „Es entquoll meinem Herzen ein gutes Wort“. Und bei der Schöpfung heißt es: „Im Anfang hat er gemacht“, bei dem Sohne aber: „Im Anfang war das Wort“. Der Unterschied aber liegt darin, daß die Geschöpfe im Anfang gemacht wurden und einen zeitlich geschiedenen Anfang ihres Seins haben. Deshalb ist auch, wenn man von ihnen sagt: „Im Anfang machte“ dies soviel, als sagte man von ihnen wieder: „Von Anfang machte“, wie der Herr, der weiß, was er machte, damals lehrte, als er die Pharisäer zurechtwies mit den Worten: „Der sie von Anfang schuf, hat sie als Mann und Weib gemacht“. Denn aus einem anfänglichen Nichtsein heraus sind einmal die gewordenen Dinge entstanden und erschaffen worden. Das gab auch der Heilige Geist zu verstehen, wenn er in den Psalmen sagt: „Und Du, o Herr, hast im Anfang die Erde gegründet“, und wiederum: „Gedenke Deiner 200 Versammlung, die Du von Anfang her besessen hast“. Offenbar aber hat das, was im Anfang entsteht, einen Anfang der Erschaffung und hat Gott von irgendeinem Anfang an die Versammlung in Besitz genommen. Daß aber der Ausdruck: „Im Anfang machte“, eben weil es heißt „machte“, soviel besagt als „begann zu machen“, das gibt Moses selbst kund, wenn er nach der fertigen Erschaffung aller Dinge sagt: „Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn. weil er an ihm von all seinen Werken ausruhte, die Gott zu schaffen angefangen hatte“. Es fingen also die Geschöpfe an zu werden; das Wort Gottes aber, da es keinen Anfang des Seins hat, fing selbstverständlich nicht an, zu sein noch auch zu werden, sondern war immer. Und die Werke haben einen Anfang, indem sie gemacht werden und der Anfang liegt den entstehenden Dingen voraus. Das Wort aber, das nicht zu den entstehenden Dingen gehört, wird vielmehr selbst der Schöpfer derer, die einen Anfang haben. Und das Sein der entstandenen Dinge wird nach dem Entstehen bemessen, und von irgendeinem Anfang an beginnt Gott diese durch sein Wort zu machen, damit man erkenne, daß diese vor ihrer Entstehung nicht existieren. Das Wort aber hat die Existenz nicht in einem andern Anfang, sondern im Vater, der auch nach ihnen anfangslos ist, damit es auch anfangslos im Vater existiere, und zwar als seine Zeugung, nicht als sein Geschöpf.