sie bezeugen die Möglichkeit und Glaubwürdigkeit der Jungfraugeburt der Gottesmutter.
§ 64
217 Wir sprachen von der Witwenschaft der Vögel, und wie diese Tugend ihren ersten Usprung bei ihnen nahm. Jetzt wollen wir von der Jungfrauschaft sprechen, die sogar, wie versichert wird, bei mehreren Vögeln vorkommt. So kann sie auch bei den Geuern wahrgemommen werden. Die Geier sollen nämlich keinem Geschlechtsverkehr huldigen. Ihre Empfängnis soll sonach ohne jedwede Begattung, ihre Zeugung ohne Männchen vor sich gehen, ihre Jungen sollen ferner in einem langen Leben ein so hohes Alter erreichen, daß sich ihre Lebenstage bis zu hundert Jahren fortfristen, und nicht leicht eine kurzbemessene Altersgrenze ihrer wartet.
§ 65
Was sagen dazu die Spötter, welche so gerne unsere Geheimnisse verlachen, wenn sie hören, daß eine Jungfrau geboren hat, und welche die Geburt einer Unvermählten, deren Scham keines Mannes Beischlaf verletzt hat, für unmöglich halten? Für unmöglich will man bei der Gottesmutter das halten, dessen Möglichkeit man bei den Geiern nicht in Abrede stellt? Ein Vogel gebiert ohne Männchen, und niemand widerspricht dem: und weil Maria als Verlobte geboren hat, stellt man ihre Keuschheit in Frage. Merken wir denn nicht, wie der Herr gerade im Naturleben eine Menge Analogien vorausgehen ließ, um durch dieselben das Schickliche seiner Menschwerdung zu beleuchten und deren Wahrheit zu beglaubigen?