Es gibt nur* einen* Herrn (244). Warum Lob auf den Verwalter? Warum der Mammon „ungerecht“ (245)? Christus unser eigen, Reichtum uns fremd (246). Die Juden ungerechte Verwalter (247). Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist nur* ein* Gott und Herr (248).
§ 244
[Forts. v. 459 ] * „Kein Knecht kann zwei Herren dienen‟. Nicht als ob es zwei Herren gäbe, sondern nur ein* Herr ist; denn wenn es auch Sklaven des Mammon gibt, so kann doch von keinen Herrscherrechten des letzteren die Rede sein, sondern jene legen sich selbst das Sklavenjoch auf: nicht um eine gerechte Gewalt, sondern um eine ungerechte Knechtschaft handelt es sich, darum die Mahnung:
§ 245
[Forts. v. 459 ] * „Machet euch Freunde vom ungerechten Mammon!‟*. Durch Freigebigkeit gegen die Armen nämlich sollen wir uns die Gunst der Engel und der übrigen Heiligen erwerben. Der Verwalter erfährt auch keinen Tadel. Wir ersehen daraus, daß wir selbst nicht Herren, sondern nur Verwalter fremden Eigentums sind. Hat nun jener auch gefehlt, wird er gleichwohl gelobt, weil er sich aus der Barmherzigkeit des Herrn Kapital für die Zukunft geschlagen hat. Sinnig aber sprach der Herr vom „ungerechten‟ Mammon; denn die Habsucht versucht unser Herz durch die mannigfachen Lockungen des Reichtums zu verleiten, auf daß wir willentliche Sklaven des Reichtums würden. Darum die Warnung:
§ 246
„Wenn ihr in dem Fremden nicht treu gewesen, wer wird euch das geben, was euer ist?‟ Etwas Fremdes ist uns der 460 Reichtum, weil er außer unserer Natur liegt, weder mit uns zur Welt kommt, noch mit uns vorübergeht, Christus aber ist unser eigen, weil er das Leben ist. So heißt es denn auch: „Er kam in sein Eigentum und die Seinigen nahmen ihn nicht auf‟. Niemand daher „wird euch das geben, was euer ist‟, weil ihr nicht Eueriges dargeliehen, nicht Eueriges empfangen habt.
§ 247
[Forts. v. 460 ] Den Juden scheint hier der Vorwurf des Truges sowohl wie der Habsucht gemacht zu werden. Sie sind nicht treu gewesen in der Verwaltung des Vermögens, das, wie sie wußten, fremdes Gut war ― der Allgemeinheit wurden nämlich vom Herrn und Gott die Früchte der Erde zu gemeinsamer Nutznießung dargeboten ― und von dem sie darum doch den Armen hätten mitteilen sollen, so waren sie auch nicht würdig, Christus zu empfangen, um dessen Besitz Zachäus die Hälfte seines Vermögens darbot.
§ 248
So laßt uns denn nicht fremder Herren Knechte sein! Denn keinen anderen Herrn dürfen wir kennen als Christus. „Nur* ein* Gott ist: der Vater, von dem alles ist, und wir in ihm; und* ein* Herr ist: Jesus, durch den alles ist‟. Wie nun? Ist der Vater nicht Herr? Oder der Sohn nicht Gott? Doch auch der Vater ist Herr; denn „durch das Wort des Herrn sind die Himmel gefestigt‟. Und der Sohn ist Gott; denn „er ist Gott über alles, hochgelobt in Ewigkeit‟. Wie kann nun „niemand zwei Herren dienen‟? Weil es nur* einen* Herrn gibt, weil nur* einen* Gott. Daher denn auch: „Du sollst den Herrn deinen Gott anbeten und ihm, dem Alleinigen, dienen!‟ Hieraus nun ergibt sich 461 deutlich, daß des Vaters und Sohnes Herrschaft nur* eine* ist. Nur* eine* aber ist sie, wenn sie nicht teilbar, sondern ganz im Vater, ganz im Sohn vorhanden ist. Insofern wir also von der Trinität die Einheit der Gottheit und der Herrschaft aussagen, bekennen wir nur* einen* Gott und* einen* Herrn. Wer aber wähnt, die Macht des Vaters sei von der des Sohnes und des Heiligen Geistes verschieden, führt, von heidnischem Irrtum angesteckt, eine Mehrzahl von Göttern und eine Mehrzahl von Herren in die Kirche ein.