§ 1
Außerdem wird Basilides gemäß seiner Lehre gezwungen sein, nicht nur dreihundertfünfundsechzig Himmel, die voneinander abstammen, anzunehmen, sondern eine unendliche und unzählbare Menge von Himmeln, die entstanden sind, entstehen und entstehen werden, und niemals damit aufzuhören. Wenn nämlich nach dem Bilde des ersten aus diesem ein zweiter Himmel hervorging und aus dem zweiten ein dritter und so fort, dann muß auch aus unserm Himmel, den er den letzten nennt, wieder ein anderer hervorgegangen sein und aus jenem wieder ein anderer, und niemals darf die Schöpfung und Hervorbringung von Himmeln ein Ende nehmen, sondern muß sich in eine unendliche und unbegrenzte Zahl ausdehnen.
§ 2
Die übrigen aber, die sich fälschlicherweise Gnostiker nennen, die da sagen, die Propheten hätten aus verschiedenen Göttern geweissagt, werden leicht dadurch widerlegt, daß alle Propheten einen und denselben Gott und Herrn als Schöpfer des Himmels und der Erde und was in ihnen ist, verkündet haben, und daß sie alle die Ankunft seines Sohnes verheißen haben, wie wir aus ihren Schriften in den folgenden Büchern zeigen werden.
§ 3
Wenn aber andere darauf hinweisen, daß im Hebräischen verschiedene Bezeichnungen 206gebraucht werden, nämlich Sabaoth, Eloe, Adonai und andere mehr, und daß sich daraus verschiedene Mächte und Götter ergeben, so sollen sie wissen, daß dies alles nur verschiedene Namen und Bezeichnungen für einen und denselben sind. Eloe bezeichnet nämlich nach jüdischem Sprachgebrauch Gott, Eloeim aber und Elouth im Hebräischen den Allumfassenden. Adonai wird gebraucht für den wunderbaren, unaussprechlichen Namen oder auch mit doppeltem Delta und Aspiration, denn er trennt und scheidet das Land vom Wasser, damit das Meer es nicht überflute. Sabaoth mit langem O in der letzten Silbe bedeutet den Willen, mit kurzem O aber den ersten Himmel. Ebenso bedeutet Jaoth, die letzte Silbe lang und aspiriert, das vorbestimmte Maß, mit kurzem O aber den, der das Übel vertreibt. So sind auch die übrigen Namen Bezeichnungen für ein und denselben, wie wir auch in unserer Sprache ihn den starken Herrn, den Vater aller, den Allmächtigen, den Allerhöchsten, den Herrn des Himmels, den Schöpfer und die letzte Ursache nennen, ohne mit jedem Namen einen andern bezeichnen zu wollen. Vielmehr sind das alles nur Namen und Bezeichnungen für den einen Gott und Vater, der über alles herrscht und allen das Dasein verleiht.
§ 4
Mit unsern Ausführungen stimmt überein die Verkündigung der Apostel, die Belehrung des Herrn, die Verkündigung der Propheten, die Predigt der Missionäre, das kirchliche Gesetz. Sie alle bekennen einen und denselben Gott Vater aller und nicht immer einen anderen, der aus verschiedenen Göttern oder Kräften seine Wesenheit empfinge; verkünden, daß nicht von Engeln oder irgend einer Kraft, sondern von ein und demselben Gott Vater alles Sichtbare und Unsichtbare und, was es sonst noch geben mag, geschaffen und seiner Bestimmung angepaßt worden ist. Das glaube ich nun durch all dies hinlänglich bewiesen zu haben, nachdem ich gezeigt habe, daß der eine Gott Vater der Schöpfer aller dieser Dinge ist. Doch damit man nicht glaube, daß wir dem Beweis aus der Schrift des Herrn aus dem 207Wege gehen wollen, wo doch die Schriften eben dasselbe noch viel deutlicher und klarer verkünden, so wollen wir noch für alle, die das Rechte wollen, ein eigenes Buch mit den einschlägigen Schriftstellen folgen lassen and aus den göttlichen Schriften den offenkundigen Beweis erbringen für alle Freunde der Wahrheit.