Basilius von Cäsarea · Regulae brevius tractatae · Buch 3 · Kapitel 21
197 Woher die Zerstreuung und die eitlen Gedanken entstehen, und wie ihnen zu begegnen.
Antwort. Die Zerstreuung entsteht, wenn der Geist in Unthätigkeit ist und sich nicht mit dem Nothwendigen beschäftigt. Der Geist wird aber unthätig und sorglos, wenn er nicht an Gottes Gegenwart glaubt, der Herzen und Nieren erforscht. Denn glaubte er daran, so würde er auch gewiß Das thun, was gesagt ist: „Ich sah den Herrn immer vor meinen Augen, denn er ist mir zur Rechten, damit ich nicht wanke.“ Wer aber Dieses und Ähnliches thut, der wird weder jemals wagen noch Muße haben, Etwas zu denken, was nicht zur Erbauung des Glaubens dient, selbst wenn es gut zu sein scheint, geschweige denn etwas Verbotenes und Gott nicht Wohlgefälliges.