Basilius von Cäsarea · Regulae brevius tractatae · Buch 3 · Kapitel 155
Da uns gelehrt wird, die Kranken im Hospitale 268 mit einer solchen Gesinnung zu bedienen, als wenn wir Brüder des Herrn bedienten, ist aber Der, welcher gepflegt wird, kein Solcher: wie sollen wir es mit ihm halten?
Antwort. Da der Herr gesagt hat: „Denn wer den Willen meines Vaters thut, der im Himmel ist, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter;“ so bedarf Derjenige, der ein Solcher nicht ist, sondern als Sünder überführt, jenem Ausspruche verfällt: „Jeder, welcher die Sünde thut, ist ein Knecht der Sünde,“ zuerst der Ermahnung und Warnung von Seiten des Vorgesetzten; verharrt er aber in den Sünden, so trifft ihn offenbar das Gericht desselben Herrn, der hinzufügt: „Der Knecht aber bleibt nicht in dem Hause“, und des Apostels, der befiehlt: „Entfernet den Bösewicht aus eurer Mitte!“ Denn auf diese Weise wird bei den Dienenden die Bedenklichkeit aufhören und werden Alle, die zusammenleben, sicher sein.