Basilius von Cäsarea · Regulae brevius tractatae · Buch 3 · Kapitel 53
Was ist Befleckung des Fleisches und was Befleckung des Geistes? Wie können wir uns davon reinigen, oder worin besteht die Heiligkeit, und wie erlangt man sie?
Antwort. Eine Befleckung des Fleisches dürfte eintreten, wenn man sich unter Solche mischt, die Verbotenes verüben, eine des Geistes, wenn man gleichgiltig ist gegen Diejenigen, die dergleichen denken oder thun. Rein ist man dagegen, wenn man dem Apostel gehorcht, der da sagt: „Mit einem Solchen solle man nicht einmal essen und dergleichen;“ oder wenn er in sich fühlt, was David gesagt hat: „Bestürzung ergreift mich der Sünder wegen, die dein Gesetz verlassen,“ und wenn er eine solche 214 Traurigkeit beweist, wie sie die Korinther bewiesen haben, als ihnen vorgeworfen wurde, sie hätten sich gegen den Sünder gleichgiltig benommen, indem sie in Allem bewiesen, daß sie in der Sache rein seien. Heiligkeit besteht aber darin, von Herzen und unaufhörlich dem heiligen Gott ergeben zu sein und zu jeder Zeit mit Sorgfalt und Eifer Das thun, was ihm wohlgefällt. Denn Verstümmeltes wird nicht als Opfergabe angenommen, und das einmal Gott Geweihte in menschlichen und gemeinen Gebrauch herabzuziehen ist gottlos und nicht zu wagen.