Basilius von Cäsarea · Regulae brevius tractatae · Buch 3 · Kapitel 25
Was ist Verleumdung?
Antwort. Zwei Verhältnisse gibt es meines Erachtens, in denen es gestattet ist, über Jemanden etwas Böses zu sagen: wenn Jemand genöthigt ist, sich mit anderen hiefür 199 Bestimmten zu berathen, wie Der, welcher gesündigt hat, zu bessern ist, und wenn es ferner nothwendig ist, Einige zu warnen, die sich aus Unwissenheit an einen Bösen anschließen möchten, weil sie ihn für gut halten, da der Apostel gebietet, mit Solchen nicht umzugehen, damit seine Seele nicht in Fallstricke gerathe. Dasselbe hat, wie wir finden, der Apostel gethan, indem er an Timotheus schreibt: „Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses erzeigt, vor ihm hüte auch du dich, denn er hat sich unsern Reden sehr widersetzt.“ Wer aber ohne eine solche Dringlichkeit wider Jemanden Etwas sagt, um ihn dadurch zu verkleinern oder durchzuziehen, der ist ein Verleumder, auch wenn Das, was er sagt, wahr ist.