Basilius von Cäsarea · Regulae brevius tractatae · Buch 3 · Kapitel 248
Wem der Herr Weisheit gibt und von seinem 319 Antlitze Kenntniß und Einsicht kommt, wenn durch den heiligen Geist dem Einen das Wort der Weisheit, dem Anderen das Wort der Erkenntniß verliehen wird; wie sagt der Herr dann tadelnd zu seinen Jüngern: „Seid auch ihr noch unverständig?“ und beschuldigt der Apostel Einige als unverständig
Antwort. Wenn Jemand die Güte Gottes kennt, der will, daß alle Menschen selig werden und zur Erkenntniß der Wahrheit gelangen, kennt die Sorgfalt des heiligen Geistes bei der Ausspendung und Wirksamkeit der Gaben Gottes, der sieht ein, daß die Schwerfälligkeit der Erkenntniß nicht von der Trägheit des Wohlthäters herrührt, sondern von dem Unglauben Derjenigen, welche die Wohlthaten empfangen. Und mit Recht wird der Unverständige getadelt wie Einer, der, wenn die Sonne aufgegangen, die Augen verschließt, um in Finsterniß zu leben, und nicht aufblickt, um erleuchtet zu werden.