Basilius von Cäsarea · Regulae brevius tractatae · Buch 3 · Kapitel 183
Kommt es vor, daß Einige in der Brüderschaft unter einander uneins sind, ist es dann nicht gefährlich, der Liebe wegen mit ihnen umzugehen?
Antwort. Da der Herr gesagt hat: „Gib, Vater, auf daß, wie ich und du eins sind, so auch sie in uns eins seien,“ und der Apostel geschrieben hat: „Seid einmüthig und einhellig,“ und die Apostelgeschichte erzählt: „Die Gläubigen hatten ein Herz und eine Seele;“ so sind Die, welche uneins sind, von den genannten Christen verschieden. Denn die vernünftige Liebe beachtet den Ausspruch: „Wer 285 aber liebt, hält fleissig in Zucht;“ die unvernünftige Liebe dagegen, wie sie immer sein mag, ist verwerflich, weil der Herr gesagt hat: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht werth.“