Basilius von Cäsarea · Regulae brevius tractatae · Buch 3 · Kapitel 40
206 Wie ist Der zu bessern, der seinen Bruder betrübt?
Antwort. Hat er ihn so betrübt, wie der Apostel sagte: „Denn ihr seid auf eine Gott wohlgefällige Weise betrübt, so daß ihr von uns auf keine Weise gestraft werdet,“ so bedarf nicht Der, welcher betrübt hat, der Zurechtweisung, sondern Der, welcher betrübt wurde, muß die Eigenschaften einer Gott wohlgefälligen Trauer an sich wahrnehmen lassen. Hat aber Jemand seinen Bruder in gleichgiltigen Dingen betrübt, so denke Der, welcher betrübt hat, an die Worte des Apostels: „Wenn aber dein Bruder wegen einer Speise betrübt wird, so wandelst du nicht mehr nach der Liebe,“ und wenn er die Sünde erkannt hat, so erfülle er den Ausspruch des Herrn: „Wenn du deine Gabe zum Altare bringst und erinnerst dich daselbst, daß dein Bruder Etwas gegen Dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altare und gehe hin und versöhne dich zuvor mit deinem Bruder und dann komme und opfere die Gabe.“