Es möge also Paul von Samosata sich eines Bessern besinnen und auf die göttliche Stimme dessen horchen, der sagt: „Mein Leib“ und nicht: „ein zweiter Christus außer mir, dem Worte“, sondern „er mit mir und ich mit ihm“. Denn die Salbe bin ich, das Wort, und was von mir gesalbt wurde, ist der Mensch. Ohne mich würde er also nicht Christus heißen, wohl aber, da er mit mir ist und ich in ihm. Wenn also von einer Sendung des Wortes die Rede ist, so zeigt dies seine Einigung mit dem Jesus aus Maria, der Heiland bedeutet, an, und zwar aus keinem andern Grunde als wegen der Vereinigung mit Gott dem Worte. Diese Stelle besagt also dasselbe wie die andere: „Der Vater, der mich gesandt hat“, und: „Ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern der Vater hat mich gesandt“. Die Einigung mit dem Menschen nämlich, in dem die unsichtbare Natur durch die sichtbare den Menschen erkennbar gemacht werden konnte, nannte er Sendung. Nicht ändert ja Gott seinen Aufenthalt so wie wir, die wir an bestimmten Orten verborgen sind, wenn er unsere niedrige Gestalt annimmt und in seiner Existenz 387 im Fleische sich kundgibt. Denn wie wäre das möglich bei ihm, der Himmel und Erde erfüllt? Vielmehr wählten die Gerechten für seine Erscheinung im Fleische den Ausdruck Sendung. Dann ist er also auch selbst Gott das Wort. Christus ist also der Gottmensch aus Maria. Es gibt keinen zweiten Christus, sondern nur einen und denselben. Er ist vor den Zeiten aus dem Vater und Er in den letzten Zeiten aus der Jungfrau, zuvor unsichtbar selbst den heiligen Mächten im Himmel, jetzt sichtbar wegen seiner Einigung mit dem sichtbaren Menschen, sichtbar, sage ich, nicht in der unsichtbaren Gottheit, sondern in der Tätigkeit der Gottheit im menschlichen Leibe und im ganzen Menschen, den er zu eigen nahm und dadurch wieder erneuerte. Ihm sei die Ehre und die Anbetung, der zuvor war und jetzt und immer ist und in alle Ewigkeit! Amen.