Sie fallen in dieselbe Torheit wie die Arianer; denn auch sie behaupten, er sei unsertwegen geschaffen worden, um uns zu schaffen, wie wenn Gott unsere Erschaffung abgewartet hätte, um dann nach der Ansicht jener ihn aus sich hervorgehen zu lassen, nach der Ansicht dieser ihn zu erschaffen. Die Arianer gewähren also uns mehr als dem Sohne. Denn nicht wir sind seinetwegen, so sagen sie, sondern er ist unsertwegen geworden, wenn er ja darum erschaffen wurde und ins Dasein trat, damit Gott uns durch ihn schaffe. Diese aber gewähren mit gleicher oder noch größerer Gottlosigkeit Gott weniger als uns. Denn wir sind oft tätig, auch wenn wir schweigen und nur denken, indem wir uns nämlich das Gedachte auch in Bildern vorstellen. 356 Von Gott aber wollen sie annehmen, daß er schweigend untätig sei und erst redend Kraft besitze, wenn er nämlich schweigend nichts machen konnte, redend aber zu schaffen begann. Man fragt sie da mit Recht, ob das Wort, da es in Gott war, vollkommen gewesen sei, so daß es auch schaffen konnte. Wenn es nun in Gott unvollkommen war, mit der Zeugung aber vollkommen geworden ist, dann waren wir die Ursache seiner Vervollkommnung, wenn es ja unsertwegen gezeugt worden ist. Denn unsertwegen hat es auch die Macht zu zeugen hinzubekommen. War es aber in Gott vollkommen, so daß es auch schaffen konnte, so war seine Geburt überflüssig; denn es konnte auch im Vater wirken. Daher ist es entweder nicht gezeugt oder nicht unsertwegen gezeugt, sondern, weil es immer aus dem Vater ist. Denn seine Geburt zeigt nicht unsere Erschaffung an, sondern seine Herkunft von Gott; denn es war auch vor unserer Erschaffung.