Wenn sie nun sagen, der Mensch, den das Wort trug, sei der eingeborene Sohn Gottes und nicht das Wort sei der Sohn, so ist es folglich wohl der Mensch, der im Vater und in dem wieder auch der Vater ist, und der Mensch ist es wohl, der Eins mit dem Vater und im Schoß des Vaters und das wahre Licht ist. Sie 367 werden sich ferner genötigt sehen zu behaupten, auch die Welt sei eben durch den Menschen geworden, und der Mensch sei es, der die Welt nicht zu richten, sondern zu retten gekommen sei, und dieser Mensch existiere, ehe Abraham ward. Denn es heißt: „Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham ward, bin ich“. Und ist es nach ihrer Ansicht nicht ungereimt zu behaupten, der, welcher nach zweiundvierzig Geschlechtern aus dem Samen Abrahams entsprossen ist, existiere, ehe Abraham wurde? Und wenn ferner das Fleisch, welches das Wort trug, der Sohn ist, ist es dann nicht ungereimt zu behaupten, das Fleisch und Maria sei es, durch das die Welt entstand? Was aber werden sie dann sagen zu dem Worte: „Er war in der Welt“? Denn um die Existenz des Sohnes vor seiner Geburt im Fleische anzuzeigen, fügt der Evangelist die Worte bei: „Er war in der Welt“. Wie kann er ferner, wenn nicht das Wort Sohn, sondern der Mensch Sohn ist, die Welt retten, da er selbst einer von der Welt ist? Sollten sie sich aber darob nicht schämen, [so mögen sie uns sagen,] wo wird das Wort sein, wenn der Mensch im Vater ist? Wie wird ferner das Wort mit dem Vater zu zählen sein, wenn der Mensch und der Vater Eins sind? Und wenn der Mensch eingeboren ist, welchen Platz wird denn das Wort einnehmen? Denn entweder muß man es als den zweiten bezeichnen, oder es ist, wenn es höher als das Eingeborene steht, wohl selbst der Vater. Denn wie der Vater Einer ist, so ist auch das Eingeborene aus ihm Eines. Was aber hat das Wort dem Menschen voraus, wenn ja nicht das Wort Sohn ist. Denn durch den Sohn und das Wort ist die Welt entstanden, steht geschrieben, und die Erschaffung der Welt ist dem Worte und dem Sohne gemeinsam. Ferner sieht man nach der Schrift den Vater nicht mehr im Worte, sondern [nur] im Sohne und 368 man läßt die Welt nicht mehr durch das Wort, sondern durch den eingeborenen Sohn gerettet werden. Es heißt nämlich: „Jesus sprach: Solange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich gesehen, hat den Vater gesehen“. Und den Vater erkennt nach der Schrift nicht das Wort, sondern der Sohn. Ferner ist nicht vom Worte gesagt, daß es den Vater sehe, sondern vom eingeborenen Sohn, der im Schoße des Vaters ist.