Die Juden nun glaubten, da sie „Eins“ hörten, er habe sich so, wie Sabellius lehrt, selbst als den Vater bezeichnet. Doch unser Heiland zeiht sie der Sünde in der Schlußfolgerung: Wenn ich mich auch Gott genannt hätte, so hättet ihr das Schriftwort kennen sollen: „Ich sprach: Ihr seid Götter“. Als er dann die Worte: „Ich und der Vater sind Eins“ erklärte, hat er 363 dem Sohne die Einheit mit dem Vater durch die Worte zugeeignet: „Weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes-Sohn. Denn wenn er es auch nicht ausdrücklich gesagt hat, so hat er doch den Sinn des Wortes: “Wir sind Eins„ auf den Sohn bezogen. Denn nichts ist Eins mit dem Vater als nur das, was aus ihm stammt. Was wäre aber das, was aus ihm kommt, anders als der Sohn? Darum fügte er bei: “Damit ihr erkennet, daß ich im Vater bin und der Vater in mir„. Denn indem er das Eins erklärte, sagte er, daß nicht darin, daß er selbst jenes sei, womit er Eins sei, die Verbindung und Unzertrennlichkeit bestehe, sondern darin, daß er im Vater sei und der Vater im Sohne. Denn auch den Sabellius widerlegt er damit, indem er nicht sagt: “Ich bin der Vater„, sondern “der Sohn Gottes„, und den Arius mit dem Worte: “Wir sind Eins„. Wenn also der Sohn etwas anderes und das Wort etwas anderes ist, dann ist nicht das Wort Eins mit dem Vater, sondern der Sohn, und es hat auch nicht den Vater gesehen, wer das Wort, sondern wer den Sohn gesehen hat. Demnach aber ist entweder der Sohn größer als das Wort, oder das Wort hat dem Sohne nichts voraus. Denn was ist größer oder vollkommener als das “Eins„, und das “Ich im Vater und der Vater in mir„, und “Wer mich gesehen, hat den Vater gesehen„? Denn auch das sind Aussprüche des Sohnes; es berichtet ja derselbe Johannes: “Wer mich gesehen, hat den gesehen, der mich gesandt hat„, und: Wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat“, und: „Ich bin als das Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe“, und: „Wenn einer meine Worte hört und nicht hält, so richte ich ihn nicht. Denn ich bin nicht gekommen, die Welt zu richten, sondern die Welt zu retten. Das Wort aber, das er hört, das wird ihn richten am jüngsten Tage. Denn ich gehe zum Vater“. Das gepredigte Wort, sagt er, richte den, der das Gebot nicht hält; er sagt nämlich: „Wenn ich nicht gekommen 364 wäre und nicht zu ihnen geredet hätte, hätten sie keine Sünde. Nun aber“, fügt er bei, „werden sie keine Entschuldigung haben“, da sie meine Worte nicht gehört haben, durch welche die das Heil erlangen, die sie beobachten.