Die Schrift liebt es aber, sich bündig und einfach auszudrücken. So kann man auch im Buche Numeri finden: “Moses sprach zu Raguel, dem Madianiten, dem Schwiegersohn des Moses. Es war doch nicht ein anderer Moses, der sprach, und ein anderer, dessen Schwiegersohn Raguel war, sondern es war ein einziger Moses. Wenn also das Wort Gottes in gleicher Weise die Namen: Weisheit, Kraft, Rechte, Arm und sonstige dergleichen führt, und in menschenfreundlicher Weise mit uns verbunden ist, indem es unsere Erstlingsfrucht anzog und mit dieser sich vermischte, so hat also das Wort selbst mit Recht auch die übrigen Benennungen erhalten. Denn wenn Johannes gesagt hat, daß im Anfang das Wort war, und dieses bei Gott und selbst Gott war, und daß durch dasselbe alles und ohne dasselbe nichts entstanden sei, so beweist das deutlich, daß auch 383 der Mensch ein Gebilde Gottes des Wortes ist. Wenn er nun diesen, der hinfällig geworden war, in sich aufnimmt und durch seine dauerhafte Erneuerung zu ewigem Bestand wiederherstellt und deshalb sich mit ihm vereinigt und ihn zu einem göttlicheren Los emporhebt, wie kann man da behaupten, das Wort sei durch den aus Maria geborenen Menschen abgesandt worden, und den Herrn der Abgesandten zu den übrigen Abgesandten, also den Propheten, die von ihm abgesandt waren, zählen? Und wie kann auch ein bloßer Mensch Christus genannt werden? Vereint aber mit dem Wort heißt er wohl mit Recht Christus und Sohn Gottes, wie der Prophet vor Zeiten seine väterliche Wesenheit laut verkündete, da er sagte:”Und ich werde meinen Sohn absenden, den Gesalbten“. Und am Jordan ließ sich die Stimme hören:”Dieser ist mein geliebter Sohn". Als er nämlich die Verheißung erfüllt hatte, da gab er mit Recht zu verstehen, daß dieser es sei, den er zu senden versprochen hatte.