„Und Moses sprach zu Aaron: Tritt hinzu zum Altare und opfere für deine Sünde und bring dein Brandopfer dar und leiste Abbitte für dich und dein Haus und bring die Geschenke des Volkes dar und bete für sie, wie der Herr dem Moses geboten hat“. Sieh also, hier redet Moses selbst, wenn schon es nur Einen Moses gibt, wie von einem zweiten Moses: „Wie der Herr dem Moses befohlen hat“. So darf man also auch, wenn der selige Petrus vom göttlichen Worte spricht, das den Söhnen Israels gesandt wurde, nicht das Wort als einen andern und Christus als einen andern sich 381 denken, sondern als einen und denselben wegen der Vereinigung in seiner göttlichen und menschenfreundlichen Herabkunft und Menschwerdung. Wenn man aber ihn sich auch doppelt denken wollte, dann doch nicht so, als wäre das Wort getrennt, sondern entsprechend den Worten des göttlichen Johannes: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“. Was also der selige Petrus trefflich und richtig ausgesprochen hat, das verstehen die Samosatener falsch und verkehrt und bleiben nicht bei der Wahrheit. Denn Christus wird in der göttlichen Schrift als beides gedacht, wie wenn sie sagt: „Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit“. Wenn also Petrus sagt, das Wort sei durch Jesus Christus abgesandt worden zu den Söhnen Israels, so will er dahin verstanden sein, daß das fleischgewordene Wort den Söhnen Israels erschienen sei, so daß seine Worte im Einklang stehen mit den Worten: „Und das Wort ist Fleisch geworden“. Wenn sie aber dies anders verstehen und das Wort wohl als göttlich bekennen, wie das auch wirklich der Fall ist, den Menschen aber, den es angenommen und mit dem es sich, wie wir glauben, vereinigt hat, von ihm trennen und sagen, es sei durch Jesus Christus abgesandt worden, so widersprechen sie sich selbst, ohne es zu merken. Denn während sie es hier von der göttlichen Inkarnation trennen und als göttlich sich denken, verkleinern sie es ja, wenn sie hören, es sei Fleisch geworden und denken heidnisch, wie sie das auch wirklich tun, wenn sie in der göttlichen Inkarnation eine Verwandlung des Wortes wähnen.