Während Spanien durch feindliche Einfälle erschüttert 120 wurde und da, wie Bischof Idacius sagt, wegen der Ungunst der Zeiten keine Synoden gehalten wurden, gelang es den Priscillianisten, da sie der angedeuteten Zeitverhältnisse wegen von der kirchlichen und weltlichen Autorität unbehelligt blieben, in Spanien neuerdings viele Anhänger zu sammeln. Der hl. Turribius, Bischof von Astorga in Gallicien, hatte in seiner Stadt einige Glieder dieser Sekte entdeckt und stellte mit dem Bischofe Idacius, dem Hauptbekämpfer dieses modifizierten Manichäismus, eine gerichtliche Untersuchung gegen sie an; nachdem er auf langen Reisen den Zustand der Kirchen und die gottlosen Irrtümer der Priscillianisten kennen gelernt hatte, stellte er dieselben in einem Auszuge von 16 Kapiteln zusammen und schrieb eine Widerlegung, die er demselben Idacius und einem anderen Bischofe Ceponius samt einem Briefe zusandte. Da er jedoch von einigen seiner Amtsbrüder nicht unterstützt wurde, schrieb er darüber auch an den Papst und sandte ihm sämtliche Schriftstücke ein. Leo antwortete ihm in einem langen Schreiben vom 21. Juli 447, in welchem er die sechszehn Artikel des Turribius über die wesentlichsten Irrtümer der Priscillianisten durchgeht und jedem die wahre Lehre der katholischen Kirche und die Aussprüche der hl. Schrift gegenüberstellt. Das von Turribius verfaßte Schriftstück über die Irrtümer der Priscillianisten ist leider verloren gegangen, ebenso auch sein Schreiben an den Papst; doch dürfte der Inhalt des letzteren mit dem des von ihm an die Bischöfe Idacius und Ceponius gerichteten so ziemlich identisch gewesen sein, weshalb wir dieses dem Briefe des Papstes an Turribins anfügen.
*1. Gegen die Priscillianisten, welche die Dreifaltigkeit nicht nach Personen, sondern nach Namen unterscheiden. 121
2. Gegen den (Irrtum), dass sie glauben, der Sohn Gottes sei später als der Vater.
3. Gegen die Behauptung, Christus werde deshalb der Eingeborene genannt, weil er allein von der Jungsrau geboren wurde.
4. Über das Geburtsfest des Herrn, weil an demselben die PriscilIianisten fasten.
5. Gegen die Meinung, dass die Seele des Menschen aus der göttlichen Substanz sei.
6. Gegen das, dass sie sagen, der Teufel sei aus sich oder aus dem Chaos und habe eine eigene Natur.
7. Gegen die Behauptung, die Ehe und Kindererzeugung sei Sünde.
8. Gegen das, dass sie sagen, die menschlichen Körper seien Gebilde des Teufels und werden von den Dämonen im Mutterleibe gebildet.
9. Gegen das, dass sie sagen, die Söhne der Verheißung seien aus dem heiligen Geiste empfangen.
10. Gegen das, dass sie glauben, die Seelen endigen in einem himmlischen (Aufentalteorte) und erhalten nach der Beschaffenheit der Sünde entweder ein gutes oder böses Los auf dieser Welt.
11. Gegen die Behauptung, die Seelen der Menschen stehen unter dem Einflusse von Gestirnen.
12. Gegen die Erklärung, dass die Teile der Seele bestimmten Gewalten angehören, anderen die Glieder des Körpers.
13. Gegen das, dass sie die Namen der Patriarchen auf die einzelnen Glieder des Leibes verteilen. 122
14. Gegen das, dass sie zwölf (Stern-) Zeichen, welche die Matematiker beobachten, über den ganzen Leib hin verzeichnen.
15. Über die apokryphen Schriften derselben Priscillianisten.
16. Über das Buch des Dictinnius.*
Leo, der Bischof, (sendet) dem Bischofe Turribius (seinen) Gruß.
Wie lobenswert du dich um die Wahrheit des katholischen Glaubens annimmst, und wie sehr du der Herde des Herrn deine Hirtensorge widmest, beweist das uns durch deinen Diakon übergebene Schreiben deiner Brüderlichkeit, in welchem du uns zu wissen gabst, welche Krankheit aus den übergebliebenen Irrtümern einer alten Pest in eueren Gegenden ausgebrochen sei. Denn sowohl der Brief wie auch der Inhalt des Commonitoriums und der Wortlaut der Klageschrift erklärt, dass die so eckelhafte Pfütze der Priscillianisten bei euch wieder zu rauchen begonnen habe. Gibt es doch keinen Schmutz in dem Geiste aller 123 Gottlosen, der nicht in dieser Lehre zusammenströmte, weil sie sich aus dem Abschaum aller irdischen Meinungen einen vielartigen Unrat zusammenmischten, so dass sie allein das ganz einschlürften, was andere nur zum Teil gekostet. Wenn man endlich alle Häresien, welche vor Priscillian’s Zeit entstanden sind, aufmerksam durchgeht, wird sich fast kein Irrtum finden lassen, von dem diese Gottlosigkeit nicht etwas angezogen hätte, da sie, nicht zufrieden, die Fälschungen jener aufzunehmen, welche vom Evangelium unter dem Namen Christi abwichen, sich auch in die Finsternisse des Heidentums versenkte, so dass sie durch die ruchlosen Geheimnisse magischer Künste und durch die eitlen Lügen der MTematiker Glaube und Sitten unter die Macht der Dämonen und den Einfluß der Gestirne stellen. Wäre es erlaubt, das zu glauben und zu lehren, so würde weder den Tugenden Lohn noch den Lastern Strafe gebühren und würden alle Bestimmungen nicht bloß der menschlichen Gesetze, sondern auch der göttlichen Anordnungen aufgelöst werden, weil es weder über die guten noch über die bösen Handlungen ein Gericht geben kann, wenn auf beide Seiten den Geist eine Nötigung des Schicksals hindrängt und, was immer von den Menschen getan wird, nicht von dem Menschen, sondern von den Gestirnen herkommt. Zu diesem Wahnsinn gehört jene wunderliche Einteilung des ganzen menschlichen Körpers nach zwölf Himmelszeichen, so dass den verschiedenen Teilen verschiedene Gewalten vorstehen, und das Geschöpf, welches Gott nach seinem Bilde machte, unter dem Einflusse ebenso vieler Gestirne steht, als aus so vielen Gliedern es besteht. Mit Recht haben unsere Väter, zu deren Zeiten diese gottlose Häresie ausbrach, auf dem ganzen Erdkreise alles aufgeboten, diesen gottlosen Wahnsinn aus der ganzen Kirche zu beseitigen; um so mehr, da auch die weltlichen Fürsten diesen gottlosen Wahnsinn so sehr verabscheuten, dass sie den Urheber desselben und sehr viele Schüler mit dem Schwerte der öffentlichen Gesetze niederwarfen. Denn sie erkannten, dass alle Sorge für Ehrbarkeit schwinden, alle ehelichen Bande aufgelöst, alles 124 göttliche und menschliche Recht würde untergraben werden, wenn man solchen Menschen mit solcher Lehre noch zu leben gestattete. Diese Strenge war lange Zeit der Milde der Kirche von Nutzen, welche, wenngleich sie, mit dem bischöflichen Gerichte zufrieden, blutige Strafen meidet, dennoch durch die strengen Gesetze der christlichen Fürsten unterstützt wird, da diejenigen häufig zum geistigen Heilmittel ihre Zuflucht nehmen, welche die körperliche Strafe fürchten. Seitdem aber die Einfälle der Feinde viele Provinzen in Beschlag genommen und die kriegerischen Zeiten die Ausführung der Gesetze gehindert, seitdem wegen der Schwierigkeit der Zusammenkünfte die Synoden selten geworden, hat in der öffentlichen Verwirrung der geheime Irrtum die Freiheit gewonnen und wurde derselbe durch die Übel, welche zur Besserung hätten dienen sollen, zur Verführung vieler Geister angeregt. Welcher Teil des Volkes aber kann von der Ansteckung dieser Pest dort frei sein, wo, wie deine Liebe bemerkt, auch die Herzen einiger Bischöfe von dieser tödlichen Krankheit ergriffen sind und durch die, von welchen man glaubte, sie follten die Falschheit unterdrücken und die Wahrheit verteidigen, das Evangelium Christi der priscillianistischen Lehre unterworfen wird, so dass, nachdem die Frömmigkeit der heiligen Bücher in ruchlose Lehren verkehrt worden, unter dem Namen von Propheten und Aposteln nicht das verkündiget wird, was der heilige Geist lehrte, sondern was der Diener des Teufels aufbrachte? Weil also deine Liebe mit möglichst genauer Sorgfalt die längst verurteilten Meinungen in sechszehn Kapiteln zusammenfaßte, gehen auch wir alles genau durch, damit nicht irgend etwas von diesen Gotteslästerungen erträglich oder zweifelhaft erscheine. 125
In dem ersten Kapitel also wird gezeigt, wie frevelhaft sie über die göttliche Dreifaltigkeit denken, da sie behaupten, der Vater und der Sohn und der heilige Geist seien eine und dieselbe Person, als ob derselbe Gott bald Vater, bald Sohn, bald heiliger Geist genannt würde, und als ob es nicht ein anderer wäre, der gezeugt hat, ein anderer, der gezeugt ward, ein anderer, der von beiden ausgegangen, sondern dass man zwar eine Einheit in drei Benennungen, nicht aber in drei Personen annehmen müsse. Diese Art der Gotteslästerung nahmen sie aus der Lehre des Sabellius, dessen Schüler mit Recht auch Patripassianer genannt werden, weil, wenn der Sohn derselbe ist wie der Vater, das Kreuz des Sohnes das Leiden des Vaters ist und was der Sohn in Knechtsgestalt aus Gehorsam gegen den Vater erduldete, der Vater selbst auf sich genommen. Das aber ist ohne Zweifel dem katholischen Glauben entgegengesetzt, welcher die Dreiheit der Gottheit derart als wesensgleich bekennt, dass er glaubt, der Vater und der Sohn und der heilige Geist seien unzertrennlich ohne Vermischung, ewig ohne Zeit, (einander) gleich ohne Unterschied, weil die Einheit in der Dreiheit nicht dieselbe Person, sondern dieselbe Wesenheit ausmacht.
Im zweiten Kapitel wird die unpassende und eitle Lüge dargetan bezüglich des Hervorgehens gewisser Kräfte aus Gott, welche er zu besitzen begonnen und, die später entstanden als er. Hierin stimmen sie auch dem Irrtume der Arianer bei, welche sagen: der Vater sei früher als der Sohn, weil er einmal ohne Sohn gewesen und (erst dann) angefangen habe, Vater zu sein, als er den Sohn gezeugt 126 hatte. Gleichwie aber die katholische Kirche jene verabscheut, so auch diese, welche meinen, es habe Gott etwas, was zu seinem Wesen gehört, je gemangelt. Denn es ist ebenso Sünde zu sagen, er nehme zu, als, er sei veränderlich. Sowie sich nämlich das ändert, was sich vermindert, so ändert sich auch das, was sich vergrößert.
Die Worte des dritten Kapitels aber zeigen an, dass dieselben Gottlosen behaupten, der Sohn Gottes werde deshalb der Eingeborene genannt, weil er allein aus der Jungfrau geboren sei. Das würden sie gewiß nicht sich erkühnen zu sagen, wenn sie nicht das Gift des Paulus von Samosata und des Photinus eingesogen hätten, welche sagten, unser Herr Jesus Christus sei vor seiner Geburt aus Maria, der Jungfrau, nicht gewesen. Wenn aber diese ihre Ansicht anders verstanden haben wollen und Christus nicht einen Anfang von der Mutter zuschreiben, so müssen sie behaupten, dass es nicht einen Sohn Gottes gibt, sondern auch andere aus dem höchsten Vater Gezeugte, von denen dieser Eine aus einem Weibe geboren sei und deshalb der Eingeborene heisse, weil kein anderer von den Söhnen Gotttes diese Bedingung zur Geburt auf sich nahm. Wohin immer also sie sich wenden mögen, gehen sie einem Abgrunde großer Gottlosigkeit entgegen, wenn sie entweder wollen, dass Christus der Herr einen Anfang aus der Mutter, habe, oder leugnen, dass er der Eingeborene Gottes des Vaters sei; da sowohl von der Mutter der geboren worden, welcher Gott, das Wort, war, und auch vom Vater niemand gezeugt worden, ausser das Wort.
Im vierten Kapitel ist enthalten, dass den Geburtstag 127 Christi, welchen die katholische Kirche nach der Annahme eines wahrhaften Menschen verehrt, da „das Wort Fleisch geworden und unter uns gewohnt,“ jene nicht aufrichtig in Ehren halten, sondern ihn zu ehren sich stellen, indem sie an diesem Tage fasten, wie auch am Sonntag, welcher der Tag Auferstehung Christi ist. Dies tun sie nun deshalb, weil sie nicht glauben, Christus der Herr sei in der wahren menschlichen Natur geboren worden, sondern wollen, es sei durch irgend eine Täuschung das vorgegeben worden, in Wirklichkeit nicht gewesen, da sie den Lehren des Cerdo und Marcion folgen und in allem mit ihren Verwandten, den Manichäern, übereinstimmen. Diese nämlich bringen, wie es bei unserer Untersuchung entdeckt und nachgewiesen wurde, den Sonntag, welchen uns die Auferstehung unseres Erlösers heiligte, in der Trauer des Fastens zu, indem sie, wie es sich zeigte, diese Entaltsamkeit aus Verehrung zur Sonne üben, so dass sie in allem von der Einheit unseres Glaubens abweichen und jener Tag, welcher von uns in Freuden begangen wird, von ihnen in Trauer erlebt wird. Deshalb verdienen sie als Feinde des Kreuzes und der Auferstehung Christi eine eben solche Strafe, wie sie der von ihnen erwählten Lehre entspricht.
Im fünften Kapitel wird berichtet, dass sie behaupten, die Seele des Menschen sei göttlicher Substanz, und dass die Natur unseres Wesens sich von der Natur ihres Schöpfers nicht unterscheide. Diesen gottlosen Satz, welcher aus der Einsicht einiger Philosophen und der Manichäer stammt, verdammt der katholische Glaube, welcher weiß, dass es kein so erhabenes, kein so vorzügliches Geschöpf gibt, dessen Natur Gott selbst ist. Denn was von ihm ist, ist, was er 128 selbst ist, und ist dies nichts anderes, als der Sohn und der heilige Geist. Ausser dieser einen, wesensgleichen, ewigen und unveränderlichen Gottheit der höchsten Dreifaltigkeit gibt es durchaus kein Geschöpf, das in seinem Anfange nicht aus nichts erschaffen wäre. Nicht aber ist, was immer unter den Geschöpfen hervorragt, Gott, noch ist, was groß und bewunderungswürdig ist, das, was jener, „welcher allein große Wunder tut.“ Kein Mensch ist die Wahrheit, keiner die Weisheit, keiner die Gerechtigkeit, sondern viele haben teil an der Wahrheit und Weisheit und Gerechtigkeit. Gott allein aber bedarf keiner Mitteilung, weil, was immer würdig über ihn gedacht wird, nicht Eigenschaft, sondern Wesenheit ist. Den Unveränderlichen nämlich trifft kein Zuwachs, kein Verlust, weil dem, was immerwährend ist, das Sein stets eigen ist. Daher erneuert er, in sich bleibend, alles und hat nichts erhalten, was er selbst nicht gegeben hätte. Allzu stolz und allzu blind sind also diejenigen, welche, wenn sie sagen, die menschliche Seele sei göttlicher Substanz, nicht begreifen, dass sie damit nichts anderes sagen, als Gott sei veränderlich, und er selbst erleide das, was immer seiner Natur zugefügt werden kann.
Die sechste Bemerkung gibt an, dass jene sagen, der Teufel sei niemals gut gewesen, seine Natur sei kein Werk Gottes, sondern er sei aus dem Chaos und der Finsternis hervorgegangen, weil er nämlich keinen Urheber seiner selbst habe, sondern er selbst sei Prinzip und Substanz alles Bösen; da doch der wahre Glaube, nämlich der katholische, bekennt, dass die Substanz aller Geschöpfe, der geistigen und leiblichen, gut sei und es keine Natur des Bösen gebe, weil 129 Gott, der Schöpfer des Weltalls, nur Gutes schuf. Daher wäre auch der Teufel gut, wenn er in dem verharrte, als er geschaffen worden. Weil er aber von seinen natürlichen Vorzügen einen schlechten Gebrauch machte und „in der Wahrheit nicht stehen blieb,“ ging er nicht in die entgegengesetzte Substanz über, sondern fiel von dem höchsten Gute ab, welchem er anhangen sollte, gleichwie die, welche solches behaupten, vom Wahren in’s Falsche stürzen und die Natur dessen beschuldigen, worin sie aus freiem Willen fehlen und ihrer eigenen freiwilligen Verkehrteit wegen verdammt werden. Das wird allerdings an ihnen böse sein; allein das Böse selbst wird nicht die Substanz, sondern die Strafe der Substanz sein.
An siebenter Stelle folgt, dass sie die Verehelichungen verdammen und die Kindererzeugung verabscheuen, worin sie, wie fast in allem, mit der Ruchlosigkeit der Manichäer übereinstimmen; deshalb aber verabscheuen sie, wie ihre Sitten es beweisen, die eheliche Beiwohnung, weil da der schnöden Lust keine Freiheit gestattet ist, wo die Schamhaftigkeit der Ehe sowohl wie der Nachkommenschaft gewahrt wird.
Ihr achter (Irrtum) ist, dass die Bildung der menschlichen Körper ein Werk des Teufels sei, und dass der Same Empfängnis durch die Dämonen im Schoße der Weiber geformt werde, weshalb man auch nicht an die Auferstehung des Fleisches glauben dürfe, weil die Bildung des Leibes nicht der Würde der Seele entspreche. Solch’ ein Irrtum ist ohne Zweifel ein Werk des Teufels, und solche 130 Ausgeburten von Meinungen sind Gebilde der Dämonen, welche nicht im Leibe der Weiber Menschen bilden, sondern im Herzen der Häretiker solche Irrtümer erzeugen. Dieses so unflätige Gift, welches ganz besonders aus der manichäischen Gottlosigkeit entspringt, hat schon längst der katholische Glaube getadelt und verdammt.
Die neunte Bemerkung erklärt, dass sie sagen, die Söhne der Verheißung seien zwar von Weibern geboren, aber vom heiligen Geiste empfange,. damit es nicht scheine, dass jene Nachkommenschaft, welche aus dem Samen des Fleisches geboren wird, zur Natur Gottes gehöre. Das aber ist dem katholischen Glanben zuwider und entgegengesetzt, welcher bekennt, dass jeder Mensch nach der Substanz des Leibes und der Seele von dem Schöpfer des Weltalls gebildet und im Schoße der Mutter belebt werde; es haftet zwar an ihm jene Ansteckung der Sünde und Sterblichkeit, welche vom ersten Stammvater auf die Nachkommen überging, allein es kommt das Sakrament der Wiedergeburt zu Hilfe, in welchem sie durch den heiligen Geist zu Söhnen der Verheißung wiedergeboren werden, nicht im fleischlichen Schoße, sondern in der Kraft der Taufe. Daher sagt auch David, sicherlich ein Sohn der Verheißung, zu Gott: „Deine Hände haben mich gemacht und bereitet,“ und zu Jeremias sagt der Herr: „Ehe ich dich bildete im Mutterleibe, kannte ich dich, und im Schoße deiner Mutter heiligt ich dich.“
Im zehnten Kapitel aber wird gesagt, dass sie behaupten 131 die Seelen, welche den menschlichen Körpern eingesenkt werden, seien ohne Leib gewesen und hätten in einem himmlischen Aufentaltsorte gesündigt, seien deshalb von der Höhe in die Tiefe herabgestürzt, unter verschiedenartige Herrscher geraten und von Mächten der Luft und der Gestirne, teils härteren, teils milderen, in Körper eingeschlossen worden, in welchen sie verschiedenes Schicksal und ungleiche Lage haben, so dass, was immer in diesem Leben auf verschiedene und ungleichmäßige Weise geschieht, seinen Grund in vorausgegangenen Ursachen habe. Diese gottlose Fabel ersannen sie sich aus vielerlei Irrtümern, aber alle diese hat der katholische Glaube von dem Leibe seiner Einheit abgetrennt, indem er beharrlich und wahrheitsgemäß verkündiget, dass die Seelen der Menschen, bevor sie in ihre Leiber eingehaucht wurden, nicht gewesen sind und von niemand anderem den Körpern mitgeteilt wurden, als von der Hand Gottes, welcher sie wie auch die Leiber erschaffen hat; dass ferner, weil durch die Sünde des ersten Menschen das ganze folgende Menschengeschlecht verderbt ist, niemand von dem Lose des alten Menschen befreit werden kann, ausser durch das Sakrament der Taufe Christi, in welchem es keine Unterscheidung der Wiedergeborenen gibt, nach dem Worte des Apostels: „Denn ihr alle, die ihr in Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder Mann noch Weib, denn ihr alle seid eins in Christus Jesus.“ Was also hat hier der Lauf der Gestirne zu tun, was die Fügung des Verhängnisses, was der veränderliche Stand und die unruhige Verschiedenheit der irdischen Dinge? Sieh’, so Ungleiche macht die Gnade Gottes gleich, die da unter allen möglichen Beschwerden dieses Lebens, wenn sie gläubig bleiben, nicht unglücklich sein können, indem sie bei jeder Versuchung jenes Wort des Apostels wiederholen: „Was wird uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal 132 oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, werden für Schlachtschafe angesehen. Aber in diesem allen überwinden wir um desjenigen willen, der uns geliebt hat.“ Deshalb fürchtet auch die Kirche, welche der Leib Christi ist, nichts von den Ungleichheiten der Welt, weil sie nach keinem der zeitlichen Güter verlangt, sie fürchtet auch nicht eine Unbilde von dem eitlen Lärme des Verhängnisses, da sie es versteht, aus den Drangsalen durch Geduld Nutzen zu ziehen.
Ihre elfte Gotteslästerung besteht darin, dass sie meinen, die Seelen und Körper der Menschen stehen unter denm Einfluss von Sternen, in Folge welches Wahnsinnes sie in alle Irrtümer der Heiden verstrickt werden und die ihnen nach ihrer Meinung günstigen Sterne verehren, die feindlichen zu besänftigen suchen müssen. Für solche aber, die derlei treiben, ist in der katholischen Kirche kein Platz, weil, wer sich solchen Lehren ergeben hat, sich vom Leibe Christi gänzlich getrennt hat.
Das Zwölfte darunter ist, dass sie die Teile der Seele unter gewisse Mächte verteilen, unter andere wieder die Glieder des Leibes, und dass sie die Eigenschaften der inneren Herrscher nach den Namen der Patriarchen bestimmen, denen sie hinwieder die Himmelszeichen entgegenstellen, unter deren Macht die Körper stehen. Hierdurch verwickeln sie sich in einen unentwirrbaren Irrtum, weil sie nicht auf das Wort des Apostels hören, wo er sagt: „Sehet zu, 133 dass euch niemand verführe durch Weltweisheit und leeren Trug nach der Überlieferung der Menschen, nach den Kindheitslehren der Welt, statt (euch zu lehren) nach Christus; denn in ihm wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllet in ihm, der das Haupt aller Oberherrschaften und Gewalten ist.“ Und abermals: „Niemand möge euch verführen, der sich in Verdemütigung und Engeldienst gefällt, der sich in dem bewegt, was er nicht gesehen hat, und vergebens sich bläht in seinem fleischlichen Sinne, und der sich nicht an das Haupt hält, von welchem der ganze Leib, durch Gelenke und Bänder verbunden und zusammengehalten, Wachstum hat zur Zunahme in Gott.“ Wozu also sollen wir etwas in das Herz aufnehmen, was nicht lehrte, was das Prophetentum nicht verkündigte, was die Wahrheit des Evangeliums nicht predigte, was die apostolische Lehre nicht überlieferte? Doch das passt zu der Gesinnung derjenigen, von welchen der Apostel sagt: „Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren Gelüsten sich Lehrer über Lehrer nehmen werden, welche die Ohren kitzeln; von der Wahrheit aber werden sie das Gehör abwenden, zu den Fabeln aber sich hinwenden.“ Nichts also sollen die mit uns gemein haben, welche solches zu lehren oder zu glauben sich vermessen und wie immer zu behaupten suchen, dass die Substanz des Fleisches von der Hoffnung der Auferstehung fern sei, und so das ganze Geheimnis der Menschwerdung Christi auflösen, weil es ungeziemend war, einen vollständigen Menschen anzunehmen, wenn es ungeziemend war, ihn vollständig zu befreien.
An die dreizehnte Stelle ist ihre Behauptung gesetzt, 134 dass alle unter dem Namen der Patriarchen vorkommenden Schriften für canonisch zu halten seien, weil jene zwölf Kräfte, welche die Umwandlung des innern Menschen bewirken, in den Worten derselben angezeigt werden, ohne deren Kenntnis keine Seele in jene Substanz, aus welcher sie hervorgegangen ist, wieder umgewandelt werden kann. Diese gottlose Torheit jedoch verachtet die christliche Weisheit, welche weiss, dass die Natur der wahren Gottheit unverletzlich und unwandelbar ist, dass die Seele aber, sie mag in einem Körper leben oder von ihm getrennt sein, vielen Leiden unterworfen sei. Wäre sie aber von der göttlichen Wesenheit, so könnte ihr kein Ungemach zustoßen. Deshalb besteht auch zwischen Schöpfer und Geschöpf ein jeden Vergleich ausschließender Unterschied. Jener nämlich ist immer derselbe und wird durch keinen Wechsel verändert, dieses aber ist veränderlich, wenn es auch nicht verändert worden, weil es den Umstand, dass es nicht verändert wird, als ein Geschenk, nicht aber als Eigentum haben kann.
Im vierzehnten Kapitel aber wird von ihnen gesagt, dass sie bezüglich des Zustandes des Körpers meinen, dass er vermöge seiner irdischen Beschaffenheit unter der Macht der Gestirne und (Himmels-) Zeichen stehe und daher in heiligen Büchern vieles gefunden werde, was auf den äusseren Menschen Bezug habe, wie sich auch in denselben ein gewisser Gegensatz zwischen göttlicher und irdischer Natur entgegenstehe und etwas anderes die Beherrscher der Seele für sich beanspruchen und etwas anderes die Schöpfer des Leibes. Diese Fabeln werden deshalb aufgestellt, um zu behaupten, dass die Seele göttlicher Substanz sei, und um es glaublich zu machen, dass das Fleisch einer bösen Natur sei, da sie ja auch bekennen, dass die Welt selbst mit ihren Elementen nicht das Werk des guten Gottes, sondern die Schöpfung eines bösen Urhebers sei; damit sie nun diese 135 ihre gotteslästerlichen Lügen unter schönen Titeln bemänteln, haben sie fast alle göttlichen Aussprüche durch eine abscheuliche Erklärung verkehrt.
Hierüber klagt der Inhalt des fünfzehnten Kapitels und verabscheut mit Recht die diabolische Vermessenheit, weil auch wir dies durch den Bericht wahrhafter Zeugen erfuhren und viele ganz verderbte Handschriften unter dem Titel der canonischen Bücher bei ihnen fanden. Denn wie könnten sie (selbst) Einfältige täuschen, wenn sie den Giftbecher nicht mit einigem Honig bestreichen würden, damit man das Herbe nicht merken solle, das doch den Tod bringen muss? Daher muss man dafür sorgen und gar sehr mit allem Hirteneifer darauf achten, dass die verfälschten und von der reinen Wahrheit abweichenden Handschriften nirgnds zum Lesen gebraucht werden. Die apokryphen Schriften aber, welche sie unter dem Namen der Apostel als eine Pflanzstätte vieler Irrtümer haben, müssen nicht bloß verboten, sondern auch ganz weggenommen und verbrannt werden. Denn wenn auch einiges in ihnen den Schein der Frömmigkeit an sich trägt, so sind sie doch nie frei von Gift und bewirken durch den Reiz der Fabeln heimlich, dass sie diejenigen, welche sich durch die Wundererzählungen verführen lassen, in den Schlingen allerlei Irrtums verstricken. Wenn daher irgend ein Bischof es nicht verhindert, dass solche Apokryphen in den Häusern behalten werden, oder das Lesen dieser Codices unter dem Namen der Canonischen Bücher in den Kirchen gestattet, der soll wissen, dass er als ein Häretiker gerichtet werden müsse, weil, wer andere vom Irrtume nicht abruft, beweist, dass er selbst im Irrtume sei.
Im letzten Kapitel aber wurde die gerechte Klage vorgebracht, 136 dass die Abhandlungen des Dictinnius, welche er gemäß der Lehre des Priscillianus verfasste, von vielen mit Verehrung gelesen wurden, da man doch, wenn man dem Andenken des Dictinnius etwas zu schulden glaubt, mehr seine Besserung als seinen Fall lieben soll. Also nicht den Dictinnius, sondern den Priscillianus lesen sie und billigen, was er, da er irrte, lehrte, nicht aber, was er nach seinem Bekehrung erwählte. Niemand aber soll dies ungestraft wagen noch den Katholiken beigezählt werden, wer immer diese Schriften benützt, welche nicht bloß von der katholischen Kirche, sondern auch von ihrem Verfasser verdammt wurden. Es sei den Verkehrten nicht gestattet, zu heucheln, was sie vorgaben, und dürfen sie nicht unter dem Deckmantel des christlichen Namens den Bestimmungen der kaiserlichen Decrete ausweichen. Deshalb nämlich kommen sie mit so ganz verschiedenem Herzen zur katholischen Kirche, damit sie da soviele Anhänger als möglich gewinnen und, indem sie sich fälschlich für Unsrige ausgeben, der Strenge des Gesetze entschlüpfen. So tun es die Priscillianisten, so die Manichäer, deren Herzen mit ihnen so verbrüdert sind, dass sie sich nur dem Namen nach unterscheiden, in ihren Gotteslästerungen aber eins sind. Denn obwohl sie vorgeben, dass sie das alte Testament, welches die Manichäer verwerfen, annehmen, so geht doch die Absicht beider auf eines hinaus, da, was jene dadurch bekämpfen, dass sie es nicht anerkennen, diese dadurch verderben, dass sie es annehmen.
In ihren verabscheuungswürdigen Mysterien aber, welche je unreiner sie sind, desto sorgfältiger verheimlicht werden, ist nur ein Frevel, eine Unflätigkeit und eine ähnliche Schändlichkeit. Obwohl wir erröten, davon zu reden, so 137 haben wir sie dennoch, nachdem wir sie durch die sorgfältigsten Untersuchungen erforscht hatten und sie durch das Geständnis der eingezogenen Manichäer entüllt war, zur öffentlichen Kenntnis gebracht, damit durchaus nicht angezweifelt werden könne, was in unserem Gerichte, welchem nicht nur eine sehr große Zahl von Bischöfen, sondern auch ein Teil des Senates und des Volkes beiwohnte, durch den Mund derjenigen selbst, welche die ganze Schandtat begangen hatten, entdeckt wurde, wie es auch die Akten beweisen, welche wir jetzt an deine Liebe richteten. Was aber von dem überaus schnöden Verbrechen der Manichäer (gesagt ist), das ist auch von der höchst unzüchtigen Gewohnheit der Priscillianisten schon längst bekannt und vielfach verbreitet. Denn die, welche in ihren gottlosen Gesinnungen gänzlich übereinstimmen, können in ihren Gebräuchen sich nicht von einander unterscheiden.
Nachdem wir nun alles, was deine Anklageschrift der Reihe nach enthält, und von dem auch die Form des Commonitoriums nicht abweicht, durchgegangen, haben wir, wie ich glaube, hinreichend gezeigt, was wir von denen halten, über welche deine Brüderlichkeit an uns berichtete, und wie es zu dulden sei, wenn solch’ verruchten Irrtümern auch Herzen einiger Bischöfe zustimmen oder, um mich milder auszudrücken, nicht widerstehen. Mit welchem Gewissen beanspruchen sie die ihnen erwiesene Ehre, wenn sie für die anvertrauten Seelen nicht arbeiten? Wilde Tiere brechen ein, und sie schließen nicht die Zäune der Schafe. Diebe stellen nach, und sie wachen nicht. Krankheiten verbreiten sich, und sie sorgen nicht für Heilmittel. Indem sie überdies denen, welche eifriger zu Werke gehen, beistimmen sich weigern und es verabsäumen, Gottlosigkeiten, welche schon längst auf der ganzen Erde verdammt wurden, durch ihre Unterschriften mit dem Banne zu belegen , was 138 wollen sie, dass man von ihnen denke, als dass sie nicht von der Zahl der Brüder sind, sondern auf Seite der Feinde stehen?
Über das aber, was du im letzten Teile deines vertraulichen Schreibens erwähntest, staune ich, dass es dem Verstande eines Katholiken Schwierigkeiten bereite, als ob es unsicher wäre, ob nämlich, da Christus zur Hölle hinabstieg, sein Leib im Grabe geruht habe; ist derselbe doch ebenso wahrhaft gestorben und begraben worden, wie er am dritten Tage auferweckt wurde. Das hat ja der Herr selbst erklärt, indem er zu den Juden sagte:..Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn wieder aufbauen;“ wo der Evangelist hinzufügt: „Das aber sagte er von dem Tempel seines Leibes.“ Diese Wahrheit hatte auch der Prophet David vorherverkündigt, indem er in der Person des Herrn und Erlösers redet und sagt: „Auch mein Fleisch wird ruhen in der Hoffnung; denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen und deinem Heiligen nicht zu sehen geben die Verwesung.“ Aus diesen Worten ist es jedenfalls offenbar, dass der Leib des Herrn wahrhaft begraben wurden und (im Grabe) ruhte und der Verwesung nicht anheim fiel, weil er durch die Rückkehr der Seele alsbald belebt auferstand. Das nicht zu glauben, ist sehr gottlos und gehört ohne Zweifel zur Lehre des Manichäus und des Priscillianus, welche Christus in so gottesräuberischer und heuchlerischer Weise bekennen, dass sie die Wahrheit der Menschwerdung, des Todes und der Auferstehung aufheben.
Daher möge bei euch ein bischöfliches Concil gehalten werden und mögen an einen allen günstig gelegenen Ort die Bischöfe der benachbarten Provinzen zusammenkommen, 139 damit gemäß unserer auf deine Fragen erteilten Antworten durch eine ganz genaue Untersuchung erforscht werde, ob etwa unter den Bischöfen einige von dem Gifte dieser angesteckt sind, die dann ohne Bedenken von der Gemeinschaft getrennt werden müssen, wenn sie die verruchte Sekte mit allen ihren bösen Lehren nicht verdammen wollen. Denn es kann keineswegs geduldet werden, dass der, welcher das Amt der Verkündigung des Glaubens übernommen hat, gegen das Evangelium Christi, gegen die apostolische Lehre, gegen das Glaubensbekenntnis der ganzen Kirche zu disputieren wagt. Wie werden dort die Schüler sein, wo solche Meister lehren werden? Wie wird dort die Religion des Volkes, wie das Heil desselben bestellt sein, wo zum Schaden der menschlichen Gesellschaft die heilige Schamhaftigkeit beseitigt, das Eheband aufgelöst, die Erzeugung der Nachkommenschaft verboten, die Natur des Fleisches verdammt, im Widerspruch mit der wahren Verehrung des wahren Gottes die Dreifaltigkeit der Gottheit geleugnet, die Eigentümlichkeit der Personen vermengt, die menschliche Seele aus der göttlichen Substanz entsprungen und nach der Willkür des Teufels vom Fleische eingeschlossen erklärt, der Sohn Gottes deshalb, weil er aus der Jungfrau geboren, nicht deshalb, weil er vom Vater gezeugt ist, der eingeborene genannt und er weder für den wahren Sohn Gottes noch für den wahren Sohn der Jungfrau gehalten wird, so dass in Folge des fälschlichen, nicht wahrhaft Leidens und Sterbens auch die Auferstehung des aus dem Grabe wieder angenommenen Leibes als lügenhaft gilt? Vergebens tragen die den katholischen Namen, welche solchen Gottlosigkeiten nicht widerstehen; sie können das glauben, wenn sie es geduldig anhören können. Wir richteten deshalb Schreiben an unsere Brüder und Mitbischöfe von Tarracona, Carthago (Nova), Lusitania und an die gallischen 140 und sagten ihnen die Berufung einer allgemeinen Synode an. Der Sorge deiner Liebe wird es obliegen, dass das Schreiben unserer Anordnung an die Bischöfe der vorher benannten Provinzen gelange. Sollte aber, was fern sei, sich ein Hindernis gegen die Abhaltung eines allgemeinen Concils ergeben, so sollen sich wenigstens die Bischöfe Galiciens versammeln, um deren Berufung sich unsere Brüder Idacius und Ceponius bemühen sollen im Vereine mit dir, um so schnell als möglich wenigstens durch eine Provinzial-Versammlung für so schwere Wunden Heilung zu bringen. Gegeben am 2I. Juli unter dem Consulate des Calepius und Ardabures, der erlauchten Männer. 141